Freitag, 31. Oktober 2014

Bad Things


Die Vergangenheit holt Dr. Frieda Klein ein, eine ehemalige Schulkameradin taucht in London auf und bittet Frieda sich um ihre knapp 16jährige Tochter Becky zu kümmern. Frieda will eigentlich nicht mit der Heimat zu tun haben, dennoch lässt sie sich breitschlagen, ein Gespräch mit Becky zu führen. Das junge Mädchen wird kurz darauf von ihrer Mutter zu Frieda gebracht. Mit ihrer unnachahmlichen Art schafft es Frieda, das Vertrauen Beckys zu gewinnen. Becky erzählt ihre entsetzliche Geschichte, die Junge Frau wurde vergewaltigt und ihre Mutter glaubt ihr nicht. Frieda fühlt ein Deja vu, denn genau das Selbe ist ihr widerfahren als sie in Beckys Alter war.

Zwar behandelt Frieda die junge Frau nicht selbst, doch sie empfindet die Notwendigkeit, ihre eigene Vergangenheit aufzuklären, denn der Täter könnte wieder zuschlagen.

Anschaulich wird Friedas Ringen um Becky, sich selbst und die Gespenster der Vergangenheit beschrieben. Die eigenartige Stimmung in dem kleinen Ort Braxton, aus dem sie stammt, teilt sich dem Leser intensiv mit. Frieda, die in ihrer Jugend wie eine Lichtgestalt erschienen sein muss, in deren Strahlen sich die anderen einfanden. Unerreichbar und doch mit Sehnsucht betrachtet, war Frieda ein Mittelpunkt, doch nicht wirklich beliebt, weil sie sich zu sehr von den anderen abhob. Und auch in der Gegenwart scheint es noch so zu sein. Man kann nur staunen wie Frieda auf andere wirkt, bei der seltsamen Familie, die die ihre war und ist und deren Mitglieder eher kalt und hart erscheinen, kaum kann man sie Familie nennen. Ganz im Gegensatz dazu stehen ihre Freunde in London, die ihr so viel Warmherzigkeit und Freundlichkeit entgegenbringen und ihre Verschrobenheiten gerne ertragen. 

Doch manchmal stellt sich schon die Frage, wohin möchte das Autorenteam seine Frieda führen. Ja, Frieda ist frei und sie hat gute Freunde, doch wird das ihr genügen. Friedas Rückschau lässt interessante Einblicke in ihren Charakter und ihren Hintergrund zu, doch blitzt ihre Ermittlungsfähigkeit nur in Teilen auf. So handelt es sich hier eher um das Psychogramm der Frieda Klein denn um einen klassischen Krimi, was das Buch aus diesem Aspekt zwar lesenswert macht, gerade auch weil sich Stimmungen und Gefühle mitempfinden lassen, aber insgesamt doch  nicht hundertprozentig mitreißt.


Thursday's Children von Nicci French
ISBN: 978-0-718-15700-5

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Wer Wil was?

Wil Parke weiß nicht, wie ihm geschieht. Auf dem Flughafen stellen zwei Fremde etwas mit ihm an und als er wieder erwacht, erscheint ihm die Welt verrückt. Was wollen die von ihm? Er soll die Welt retten? So ein Quatsch, Wil ist ein einfacher Zimmermann. Er will zu seiner Freundin, die ihn vom Flughafen abholen sollte. Doch auch Cecilia verhält sich eigenartig. Es sieht so aus, als wolle sie ihn in die Hände der Feinde geben. So eben kann Wil entkommen und die beiden Fremden und Wil schaffen es mit knapper Not, das Flughafengelände zu verlassen.

Mitten hinein geworfen wird man in die Handlung dieses spannenden Romans. Fast zwangsläufig wirft das zunächst mehr Fragen auf als Antworten gegeben werden. Beschreibungen der einzelnen action geladenen Szenen werden unterbrochen von Zeitungsausschnitten, Internetposts und ähnlichen Veröffentlichungen, die manchmal eine Erläuterung geben und manchmal die Handlung noch rätselhafter machen. Durch die besondere Komposition fesselt das Buch außerordentlich, einmal mit der Lektüre begonnen, macht die Handlung so neugierig darauf wie es weitergeht, dass das Buch fast zu einem ständigen Begleiter wird. Freude bereitet es, wenn sich während des Lesens nach und nach erschließt, was der Autor geplant haben könnte. Einen kleinen Triumph könnte man empfinden, wenn das Rätsel raten, durch die verschachtelte Handlung ausgelöst, hin und wieder durch die Worte des Autors bestätigt wird. Allzu viel soll jedoch nicht verraten werden, um dem künftigen Leser nicht die Freude zu nehmen, selbst in die Story einzutauchen. 


Jedenfalls ist dem Autor ein hervorragendes Werk gelungen, das von der ersten bis zur letzten Sekunde packt und einen über die Macht der Worte nachdenken lässt.

Lexicon von Max Barry
ISBN: 978-3-453-26911-8

Sonntag, 26. Oktober 2014

Onkel Grischa

Listen geben ihr Halt, die Familie findet das eigenartig, aber irgendwie sind doch alle daran gewöhnt. Sofia schreibt schon immer Listen, besonders jetzt, da ihre liebe Großmutter alt geworden und an Alzheimer leidet und Sofias kleine Tochter Anna schon zum dritten Mal am Herzen operiert werden muss. Kann Sofia dem allen gerecht werden und kommt nicht ihr Mann zu kurz oder der Rest der Familie. Vor Wochen musste sich Sofia damit beginnen, die Wohnung ihrer Großmutter aufzulösen. Dabei findet sie eine alte Schatulle gefüllt mit Listen. Listen? Sie ist nicht die Einzige.

Zwei Geschichten werden parallel erzählt, zwei Listenschreiber, Sofia und Grischa, der Onkel, über den niemand spricht. Sofia zwischen den beiden Polen Großmutter und Tochter. Die Großmutter, um die sie sich kümmern möchte, die aber so fremd geworden ist und ihre Enkelin nicht mehr erkennt, dass es schwer fällt, sich dem auszusetzen. Die Tochter Anna, mit einem schweren Herzfehler geboren und nun vor der dritten Operation stehend. Die Todesgefahr, in der Anna schwebt, verlässt nie das Bewusstsein Sofias. Jeder Schnaufer löst beinahe Alarm aus. Wird die nächste Operation gelingen und eine gewisse Normalität bringen. Für Sofia ist es eine Erleichterung, die Listen zu finden, etwas, was nicht nur ihr Kraft gibt. Doch wer ist Onkel Grischa? Warum redet niemand von ihm? Grischa, der schon als Kind anders war und allen kaum etwas anderes als Sorgen bereitet hat und der deshalb vergessen wurde.

Eine Konstellation, die zu berühren verspricht, die allerdings nicht jeden Leser erreicht. Mitfühlen wollte man, doch liest man die Geschichte eher unbeteiligt wie man einen Bericht lesen würde. Wo bleibt die Verbindung zu den Charakteren, die irgendwie nicht für sich einnehmen. Da ist beim Lesen fast das gleiche schlechte Gewissen, das Sofia empfindet, weil sie sich ihrer Großmutter nicht zuwenden kann, diese nicht mehr erreichen kann und sie am Liebsten nicht mehr besuchen würde. Und so bleibt das schlechte Gewissen, das Buch in Teilen nur überflogen zu haben, weil sich nicht so viel Verständnis und Mitempfinden einstellen wollte, wie anhand der Beschreibung und der Kenntnis des eigenen Interesses zu erwarten gewesen wäre.


Eine Familiengeschichte, die anrühren soll, aber leider nicht jeden Leser erreicht, aber sicher zu Überlegungen anregt, über das eigene ich und warum Empfindungen so sind. Empfindungen zu einer erfundenen Romanhandlung sind in jedem Fall immer subjektiv und somit letztlich kein Urteil über die Qualität des Geschriebenen, die durchaus herausragend sein kann.

Die Listensammlerin von Lena Gorelik
ISBN: 978-3-87134-606-4

Samstag, 25. Oktober 2014

Geisterfrau


Eigentlich könnte Dr. Siri die Pension genießen, soweit man die Pension im Laos des Jahres 1978 genießen kann. Doch als Dr. Siri mal wieder aneckt, wird er für ein paar Tage in paar Tage aufs Land geschickt, um zu klären, was es mit der Witwe auf sich hat, die zweimal starb. Diese Gelegenheit nimmt Dr. Siri ausnahmsweise gerne wahr. Denn so hofft er, seine Frau Daeng aus der Gefahrenzone zu bekommen. Nach ihr nämlich hat ein seltsamer alter Franzose gefragt, was nichts Gutes bringen kann. Zumal dieser Fremde auf recht unergründlichen Wegen ins Land kam und auch nicht auf den Pfaden wandelt, auf denen er behauptete wandeln zu wollen.

Man möchte ihn nicht missen diesen Dr. Siri, wohl einen der ungewöhnlichsten Detektive in der Krimiwelt. Der ehemals einzige Leichenbeschauer im kommunistischen Laos der 1970er langweilt sich als Rentner doch etwas. Und seine Mühen, mit der Geisterwelt in Kontakt zu treten, scheinen auch vergeblich. Doch in diesem nunmehr neunten Krimi um Dr. Siri geht es tatsächlich nicht in erster Linie um den werten Doktor, sondern mehr um seine Frau Daeng. Diese ist die beste Nudelköchin in Vientiane, ihre Vergangenheit jedoch liegt im Dunkeln. Auf ihrer Fahr ins Blaue versucht Dr. Siri den Geistern näher zu kommen, während
Daeng sich der Vergangenheit stellt.

Wie wir Dr. Siri kennen, seine ironische Art speziell mit Kadern umzugehen, so schnell ändert sich der alte Herr nicht. Witzig und zugleich spitz sind seine Kommentare und doch hat er ein weiches Herz, gegenüber seinem ehemaligen Mitarbeiter Mr. Geung, der mit dem Down-Syndrom geboren wurde und dem Hund Ugly, der ihm auf allen Wegen folgt. Und natürlich ist er ausgesprochen dankbar für die späte Liebe zu Daeng. Amüsant und fesselnd entwickelt der Autor die Geschichte von Dr. Siri und seiner Frau weiter und wie immer kleidet er das Ganze in einen spannenden Fall, in dem alles irgendwie ineinander greift und kein Wort überflüssig ist. Ein brillanter Plan, hinter den zu kommen, für den Leser nahezu unmöglich ist, selbst, wenn die Spürnase langsam in die richtige Richtung geführt wird. Sowie Dr. Siri denkt man manchmal, da kann doch was nicht stimmen. Doch erst die Erläuterungen des Doktors und seiner Gehilfen machen die Sache rund. 


Dr. Siri ist immer eine Lektüre wert, möge der Autor ihn nur möglichst langsam altern lassen. 

The Woman who wouldn't die von Colin Cotterill
ISBN: 978-1-78087-834-8

Freitag, 24. Oktober 2014

Harriet dear

Nachdem der fünfte Band um Flavia de Luce mit der sehr schockierenden Nachricht endete, dass Flavias Mutter heim kommt, beginnt dieser sechste Band mit der Ankunft eines Sonderzuges der britischen Regierung, die den Sarg der vor zehn Jahren verschollenen Harriet nach Bishop´s Lacey bringt. Tiefe Trauer umgibt Flavia und ihre Schwestern und der Vater erträgt es kaum, am Sarg die Totenwache zu halten. Nach und nach treffen auch die Trauergäste ein. Unter anderem erscheinen Lena und ihre Tochter Undine de Luce. Undine, jünger als Flavia, aber nicht weniger intelligent und naseweis. Als allerdings immer mehr unheimliche Leute auftauchen, die Flavias schöne Pläne durchkreuzen, nehmen die Ereignisse einen ganz anderen Verlauf als je zu vermuten war. 

Wahrhaft herzzerreißend, was Flavia und ihrer Familie hier zugemutet wird. Die Heimkehr ihrer toten Mutter, an die Flavia keine echte Erinnerung hat. Nur kurz wird Harriet lebendig als Flavia einen alten belichteten Film findet, der in der Kamera vergessen wurde. Zum ersten Mal sieht Flavia bewegte Bilder ihrer Mutter, die dem Filmenden rätselhafte Worte entgegen haucht. Und wer ist der Fremde, der am Fenster steht? Rätsel über Rätsel, die natürlich nur zum Teil gelöst werden, dazu die Totenwache und die Beisetzung Harriets. Jeder, der schon einen lieben Menschen verloren hat, wird sich die Stimmung einigermaßen vorstellen können, die den Roman beherrscht. Doch Flavia wäre nicht Flavia, wenn sie ihre Lesergemeinde mit ihren ausgefallenen Ideen und ihrer einzigartigen Denkweise nicht zum dem ein oder anderen Lächeln verhelfen würde. Gleichzeitig irgendwie frühreif, dann aber doch wieder kindlich, gewinnt Flavia alle Herzen. Doch auch Undine soll nicht unerwähnt bleiben, die Flavia in nichts nachsteht. Es scheint als habe Flavia in der Jüngeren eine Meisterin gefunden, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Darin steckt echtes Pontential, eine neue kindliche Heldin, während Flavia sich langsam von ihrer Kindheit verabschieden muss und in eine neue nicht weniger spannende Phase ihres Lebens eintritt.


Einer der besten Bände dieser Reihe, der den Leser eintauchen lässt in Flavias Welt, die eine ganz andere ist als bisher vermutet, spektakulär, doch Flavia auch große Opfer abverlangend. Zum Glück ist der nächste Band bereits angekündigt, so dass weitere spannende Abenteuer erwartet werden dürfen. Wunderbar jedenfalls wie sich der Autor in Flavia hineinversetzt und ihre Welt erfindet.

The Dead in their vaulted Arches von Alan Bradley
ISBN: 978-0-553-84128-2

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Das Beste kommt zum Schluss

Als Jugendliche habe Sarah ein Martyrium überlebt. Sie wurde von einem Psychopathen mit einigen Leidensgenossinen drei Jahre  lang in einem Keller gefangen gehalten. Damals konnte sie fliehen, doch die schrecklichen Ereignisse hat sie nie verwunden. Noch jetzt zehn Jahre später, verlässt sie ihre gut gesicherte Wohnung so gut wie nie und empfängt auch nur selten Besuch. Doch nun soll ihr Peiniger auf Bewährung frei kommen. Sarah will alles tun, um das zu verhindern  und dazu muss sie ihre Wohnung verlassen.

Nach und nach muss Sarah sich wieder in der Welt zurechtfinden. Dazu sucht sie die Orte des damaligen Geschehens auf. Sie muss sich der Vergangenheit stellen. Einer der wenigen, der ihr helfen kann, ist der Polizist Jim, der sie jetzt auch zu der Anhörung des Täters bringen will. 

Zunächst in ruhigen Worten entwickelt sich die Geschichte. Die drei jungen Frauen, die damals überlebt hatten, fühlen zunächst keine großen Gemeinsamkeiten. Die beiden anderen wollen sich nicht einmal mit Sarah treffen. Nur Tracy soll auch zu der Anhörung kommen. Am schlimmsten nagt an Sarah jedoch, dass sie nie erfahren hat, was wirklich mit ihrer Freundin Jennifer geschehen ist. Vieles bleibt im Buch ungesagt, die Zeit der Peinigungen wird in Erinnerungen erzählt, was bei dem, was angedeutet wird, wahrscheinlich auch besser ist. Die Geschichte ist spannend, aber in einigen Momenten für einen außenstehenden Leser einfach nicht nachvollziehbar, denn wer würde sich freiwillig in eine offensichtliche Gefahrensituation begeben, wenn er doch die Unterstützung der Polizei in Anspruch nehmen kann. Zum Ende allerdings wartet das Buch doch mit einen Überraschungen auf, die der Handlung eine Wende geben und den Leser packen.

Bei Hörbüchern kann man manchmal schon nach den ersten Sätzen sagen, das ist was oder eher nicht. Hier bleibt man etwas zwiegespalten, denn bei den beschreibenden Passagen wirkt die Lesung etwas flach irgendwie unbetont, so dass es manchmal etwas Mühe bereitet, dem Geschehen zu folgen. Werden jedoch Gespräche geführt, ist die Interpretation der Vorleserin zu erkennen und gut nachzuvollziehen. Gefühle der Personen scheinen von der Vortragenden beinahe mitempfunden, was die Zuhörer schon mitreißen kann.


Eine etwas durchwachsene Hörerfahrung, wobei es nicht ganz sicher ist, ob die Lektüre der Printausgabe zu einem anderen Ergebnis geführt hätte. Das Ende ist allerdings wirklich packend, könnte allerdings auch wieder auf einen Serienstart hindeuten.

Danach von Koethi Zan (Hörbuch)
ISBN: 978-3-839-81229-7

Sonntag, 19. Oktober 2014

Sie gräbt nicht nur Hinweise aus

Manchmal findet Flavia auch Tote und zu Beginn dieses fünften Band denkt sie darüber nach, dass ihr ja gerade noch ein Toter fehlt, um die Finger einer Hand voll zu machen. Als ob man es nicht ahnen würde, findet Flavia bei der Öffnung des Grabes eines 500 Jahre alten Heiligen den seit Wochen verschwundenen Organisten von Bishop`s Lacey. Mit einer Gasmaske auf der Nase ist ihm anscheinend doch die Luft ausgegangen. Und wer hat das Taschentuch in die Maske gestopft? 
Flavias detektivischer Spürsinn ist geweckt und wie man es von ihr kennt, nimmt sie die Ermittlungen auf. Dabei ist die knapp 12jährige Flavia zum einen ihrem Alter weit voraus und zum anderen doch ganz Kind. Gerade wenn sie mit ihrem Drahtesel Gladys unterwegs ist, sieht man einfach ein Kind die Welt entdecken. Doch wenn es darum geht, die Hintergründe eines offensichtlich unnatürlichen Todesfalles zu entschlüsseln, kann Flavia so manchen Polizisten in den Schatten stellen. 
Und das tut sie sehr zum Vergnügen ihrer Leser. Mit ihrer unnachahmlichen Spürnase kommt sie hinter die Geheimnisse einiger Dorfbewohner. Geschickt zieht sie ihnen die Informationen aus der Nase. Doch über allem hängt auch das schwere Schicksal von Flavias Familie. Und nun soll ihre Heimstatt Buckshaw verkauft werden. Kann das wirklich sein? Soll die Familie ihr angestammtes Anwesen verlieren?
Eine gelungene Mischung zwischen einem interessanten und vielschichtigen Kriminalfall und dem persönlichen Schicksal der Familie de Luce. Zur Freude des Lesers erfährt Flavia etwas mehr über die Geheimnisse ihrer Familie und zum Schluss schlägt eine Nachricht ein wie eine Bombe. Alan Bradley hat uns einfach eine sympathische junge Heldin geschenkt, die die Leser nicht nur unterhält sondern auch im Inneren berührt.

Speaking from among the Bones von Alan Bradley
ISBN: 978-0-553-84131-2



Samstag, 18. Oktober 2014

Werden die Vernichteten die Vernichter sein?

Im nunmehr dritten und letzten Band um Ria und ihre Verbündeten kann der Leser Rias Weg bis zu einem fulminanten Finale verfolgen. Doch zunächst wird Ria vor ein Tribunal gestellt. Quirin, unter dessen Schutz sie zu stehen glaubte, ist verschwunden, tot geglaubt. Eine Situation, die Yann möglicherweise sogar auf Quirins Geheiß, ausnutzt, um über Ria das Todesurteil auszusprechen. Nur weil Sandor sich für Ria und Tycho verbürgt, wird das Urteil nicht vollstreckt. Doch die drei werden aus dem Clan der Dornen verbannt. Nachdem sich Andris ihnen angeschlossen hat, verlassen sie zu viert den Clan. Ihnen steht ein beschwerlicher Weg bevor, auf dem sie Freiwild sind, denn Yann trachtet ihnen weiter nach dem Leben.

Auch wenn Ria schon etliche Geheimnisse um Dhalion aufgedeckt hat, so fehlt doch noch die letzte Information, um den Plan zu erkennen. Das fühlt Ria, allerdings müssen sie und ihre Gefährten zunächst mal am Leben bleiben und die naheliegenden Aufgaben lösen. Dabei ist ihnen auch etwas das Glück hold. Eine Passage des Aufatmens und Innehaltens, die zu einer herzerwärmenden Entdeckung führt. Natürlich währt die Ruhe nicht lang und neue gefahrvolle Tage liegen vor Ria und ihren Gefährten.


Packend schildert die Autorin den Weg ihrer Protagonisten, inhaltlich schlüssig und spannend führt sie die Geschichte zu einer überraschenden Auflösung, die mich als Leser mit Freude erfüllt. Auch wenn nach einem quasi weltverändernden Ereignis nicht plötzlich überall Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, so bleibt eine große Hoffnung auf Besinnung und Zusammenraufen der unterschiedlichen Gruppierungen. Also nicht die Enttäuschung wie bei manchen Dystopien nach einem lauen Abgesang, sondern ein auf eine bessere Zukunft gerichteter Blick nach vorn. Im Gegensatz zu anderen Trilogien, wird hier ein rundes stimmiges Ganzes geformt. Die Autorin, die für ihre große Fabulierkunst bekannt ist, hat auch hier ein Werk geschaffen, das hervorragend durchdacht einfach zufrieden macht. Ein herausragender Abschluss, der zum Nachdenken über Lenkungsstrukturen anregt und zugleich eine packende Story erzählt, die die Leser uneingeschränkt mit auf den Weg nimmt und auch ankommen lässt.

Die Vernichteten von Ursula Poznanski
ISBN: 978-3-7855-7548-2

Dienstag, 14. Oktober 2014

Frankfurter Buchmesse 2014

In diesem Jahr entschloss ich mich recht kurzfristig mal wieder zur größten Buchmesse der Welt zu fahren. Mit Glück bekam ich ein relativ preisgünstiges Hotelzimmer von Freitag auf Samstag und für den Abend konnte ich mich mit einer lieben Freundin verabreden, die es mit ihrer Familie vor einigen Jahren berufsbedingt dorthin verschlagen hat und die sich in Frankfurt inzwischen sehr wohl fühlt.
Natürlich musste musste ich am Freitag mitten in der Nacht aufstehen, um meinen Zug zu erreichen. Mit nur kurzer Verspätung erreichte gegen 9 die schöne Messestadt und nachdem ich mein Gepäck im Hotel lassen konnte, ging es gleich zur Messe.
Es war das erste Mal, dass ich als Blogger an einem Fachbesucher-Tag die Messestände unsicher machte. Natürlich war es trotzdem voll, aber das Gedränge war doch nicht ganz so extrem wie an den Publikumstagen. Und so flanierte ich erstmal ein wenig herum, um die Messeluft zu atmen.
Mein erster Halt war dann am Stand des CW Niemeyer Verlages. Ich habe schon mal eine Lesung von Andrea Gerecke besucht, deren Bücher in diesem Verlag veröffentlicht werden. Am Stand hatte ich dann die Freude ein paar Worte mit der Autorin Nané Lénard zu wechseln, von der ich dann auch ein Buch erwerben konnte, das sie mit einer netten Widmung versah.

Kurz darauf hatte ich am Stand von dtv eine kleine Begegnung, die bei Licht betrachtet nicht stattfand, mich aber über mich selbst lachen ließ. Denn gerade als ich dort war hielt sich auch Tom Rachman (Autor des Buches „Aufstieg und Fall großer Mächte“, dass ich bei vorablesen gewinnen durfte) am Stand auf. Und noch bevor ich mir überlegt hatte, wie man diesen Namen auf Englisch wohl richtig ausspricht, war er schon wieder verschwunden.
Dennoch war es sehr spannend, sich weiter ins Getümmel zu stürzen und sich vorzustellen, wer das gerade an den Ständen sein könnte. Auch den Stand von vorablesen suchte ich auf, weil ich doch neugierig war, wer denn möglicherweise die Losfeen sind, die die Leser mit den schönen Büchern beglücken. Dort fand die Verlosung eines Platzes am Frühstückstisch der Autorin Emily Bold statt, von der ich bei vorablesen gerade das neueste Buch (Ein Kuss in den Highlands) gewonnen hatte. 
Wie ich später erfuhr, hatte ich tatsächlich Glück und durfte am Samstag morgen den gewonnen Platz einnehmen. Die Autorin war mir bereits von einem Messebesuch vor zwei Jahren bekannt und sie war genauso offen und herzlich wie damals. An dem reich gedeckten Tisch entwickelten sich nette Gespräche und so wurde der Morgen gleich zu einem echten Messehighlight. Zum Abschluss gab es noch ein kleines Buchgeschenk („Klang der Gezeiten“), das die Autorin mit einer lieben Widmung versah.

Insgesamt konnte ich es am zweiten Messetag ruhiger angehen lassen, da ich die Messestände, die ich unbedingt besuchen wollte, bereits am Freitag aufgesucht hatte. Und so begab ich mich am späten Vormittag ins Lesezelt, wo zwei finnische Autoren (Sari Luthanen und Miika Oikkonen) ihr Projekt vorstellten. Dabei handelte es sich um die TV Serie „Nymphen“, die im nächsten Jahr auch ins deutsche Fernsehen kommt und zu der es auch eine Buchserie gibt. Besonders gefallen hat mir dazu das wenig keusche Verhalten der Nymphen (im Gegensatz zu US Fantasy-Stoffen) und toll fand ich die Übersetzerin, die die finnische Sprache fast simultan übersetzen konnte. 

Danach erhaschte ich noch einen Blick auf Andrea Sawatzki, die im ARD Forum ihr neues Buch vorstellte. Und schon war es Zeit sich auf den Weg zu machen zum Lovelybooks Leser und Blogger Treffen, worauf ich mich schon sehr gefreut hatte. Dort hatte ich tatsächlich das Glück einige Mitglieder personlich zu treffen, die ich bisher nur aus den Beiträgen im Forum kannte.  Ein Goodiebag bekam ich zwar nicht, weil ich mich zu spät angemeldet hatte, aber auch so haben die  Lovelybooker ihren Lesern ein tolles Erlebnis bereitet. Leider konnte ich hier nicht bis zum Ende bleiben, da ich mich so langsam wieder auf den Heimweg machen musste. 
Am Sonntag habe ich meine brennenden Füße auf dem Sofa hochgelegt und noch einmal alle Erlebnisse vor meinem inneren Auge Revue passieren lassen. 

Die nächste Messe kommt bestimmt….

Schattten

Im Reichskrankenhaus in Oslo wird ein namentlich nicht genannter Komapatient bewacht oder beschützt. Sollte er jemals aufwachen, könnte er ein wichtiger Zeuge sein. Gleichzeitig ermittelt die Polizei fieberhaft in zwei Polizistenmorden. Die Opfer wurden an ehemaligen Tatorten umgebracht, die Morde, die dort geschahen wurden nie gelöst. Dem Team um Gunnar Hagen fehlt ihr ehemaliger bester Mann Harry Hole an allen Ecken und Enden. Da die Ermittlungen auf der Stelle treten, versuchen sie so um die Ecke zu denken, wie Harry es täte. Und tatsächlich ergibt sich die Spur zu einem Insassen einer Einrichtung, in der Sexualstraftäter einsitzen. Nach den Aufzeichnungen jedoch ist dieser Insasse tot.

Wer Harry Hole vermisst hat und sich an das Ende des vorherigen Bandes erinnert, wird sich eine ganze Weile sorgen, was denn aus Harry geworden sein könnte. So hält der Autor seine Leser bei der Stange und kreiert einen fesselnden Krimiplot, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Die detaillierten Beschreibungen der Geschehnisse sind möglicherweise nicht jedermanns Sache, besonders wenn es um die Straftaten geht, die mit Sex zu tun haben. Doch manchmal ist es das nicht Ausgesprochene, was die Phantasie auf Touren bringt, und es sind die eigenen Vorstellungen, die einem eiskalte Schauer über den Rücken jagen. Man wünscht sich, die Ermittler könnten Schlimmeres verhindern und möchte sich schütteln, wenn sie eigentlich die richtigen Schlüsse ziehen und dennoch scheitern. Gerade hier mutet der Autor seinen Lesern einiges zu, was nicht leicht zu verdauen ist. Nicht nur die Lücke, die Harry hinterlassen hat, ist nahezu unmöglich zu schließen. Doch die Ermittlung nimmt ihren Lauf und nach und nach fügen sich die Puzzleteilchen zu einem stimmigen Ganzen zusammen, wobei im Schluss ein Anfang liegt. 


Einer der Krimis, der Reihe um Harry Hole, der mir sehr gut gefallen hat, besonders zum Ende hin, da die Spannung fast greifbar wird und ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen mochte.

Police von Jo Nesbø
ISBN: 978-0-099-57012-7

Montag, 13. Oktober 2014

Ein Krimi von der Mimi

Mit 87, könnte man meinen, ist Mimi Richter etwas zu alt für größere Aufregungen. Doch weit gefehlt, ohne größere Aufregungen ist das Leben schließlich langweilig. Und so muss ihre Enkelin Helen, die nach der Trennung von ihrem gewalttätigen Mann Tom Malo bei Mimi eingezogen ist, dass ihre Oma es faustdick hinter den Ohren hat. Zunächst jedoch muss das Rätsel gelöst werden, wieso ein Klavier - nein, ein Flügel - beim Fall aus einem oberen Stockwerk die Mimi nur knapp verfehlt hat. Ein Mordanschlag, an den die Polizei nicht glaubt.

Natürlich geschehen noch weitere Dinge, die langsam aber sicher auch die Kriminalisten zu der Überzeugung führen, es könnte ein Verbrechen geschehen sein. Doch bis dahin muss Mimi ein paar Kühltruhen anschaffen, ihrer Enkelin von ihren Ehemännern erzählen und den Dobermännern Basker und Willie (da könnte man auch an Zeus und Apollo denken) das Futter versagen. 

Äußerst amüsant erzählt der Autor hier von einer Krimi-Mimi, deren Verwandtschaft zu Miss Marple unbestreitbar scheint. Auch sie stellt sich manchmal dümmer als sie ist und natürlich ist die der Polizei immer ein zwei Schritte voraus. Mimi hält die Fäden fest in der Hand. Auf liebenswerte und sehr skurrile Art und Weise will sie ihr Feld bestellen, um ihrer Enkelin zu helfen, sich endlich und endgültig aus der unglücklichen Ehe zu lösen. Dafür lässt sie die Ideen sprießen so wie es ihre Phantasie hergibt und Phantasie hat sie eine Menge. Schließlich kennt sie alle Krimis in ihrer umfangreichen Bibliothek.

Fast bei jeder Wendung sucht und findet man Anspielungen auf bekannte Personen, Begriffe oder Fälle des klassischen Krimi-Genres, was das Lesen zu einem Vergnügen und auch zu einem kleinen Ratespiel macht. Schließlich möchte man nichts übersehen und auch wissen, ob man richtig liegt. Und so ist dieser Mimi-Krimi ein echtes Schmankerl für den kundigen und interessierten Leser.


Der Letzte beißt die Hunde von Markus Walther
ISBN: 978-3-8628-2258-4

Sonntag, 12. Oktober 2014

Charlys Erbe

Charlotte Finnegan hat eigentlich alles, sie lebt seit sechs Jahren in einer festen Beziehung mit dem wohlhabenden Francis, ihre Arbeit in einer Galerie ist fast wie erträumt und London ist der Place to be. Dennoch kommt ihr das Leben manchmal so vor, als ob sie es durch eine Glasscheibe betrachtet. So kann sie sich auch nicht von Herzen über die Verlobung mit Francis freuen, in die sie allerdings auch etwas hineingedrängt wird. Als plötzlich Charlottes einzige noch lebende Verwandte stirbt, ist dies die wenn auch sehr traurige Gelegenheit für Charlotte, darüber nachzudenken, ob sie dieses Leben wirklich so führen will. Zur Beisetzung ihrer Tante macht sich Charlotte auf in die Highlands zum Anwesen ihrer Tante, wo Matt Donelly, der Sohn des altes Gutsverwalters, die Arbeit seines Vaters übernommen hat. Matt, den sie schon als Mädchen kannte und der sie in den kalten Fluss gestoßen hat.

Charlotte ist nach dem Unfalltod ihrer Eltern, den sie auch nach sechs Jahren noch nicht völlig überwunden hat, sehr dankbar, dass ihr Verlobter sie unter seine Fittiche genommen hat. Auch wenn er sie manchmal bevormundet, glaubt sie, dass er der Richtige ist, weil er sie in ihren schwersten Tagen unterstützt und sich um sie gekümmert hat. Mit dem frischen Wind, den Matt in ihr Leben bringt, hat Charlotte nicht gerechnet. Gerade jetzt wo sie durch den Tod ihrer Tante emotional angeschlagen ist, kommt dieser fast Fremde in ihr Leben und sie beginnt sich zu fragen, ob die Dankbarkeit Francis gegenüber wirklich das Maß der Dinge ist.


Mitfühlend schildert die Autorin das Gefühlschaos, in das sie ihre sympathische Heldin stürzt. Beinahe kann man spüren wie sich die anfängliche Ängstlichkeit Charlottes, sich etwas anderes wünschen zu dürfen, zu der Überzeugung wandelt, dass gerade das andere das Richtige ist. Dabei fällt Francis die Rolle eines gönnerhaften aber auch Dankbarkeit einfordernden Antagonisten zu, dem man keine Träne nachweinen wird. Wesentlich vielschichtiger und damit authentischer sind Charlotte und Matt, die die Chance bekommen, sich einander zu öffnen, wenn sie es schaffen, die emotionalen Wunden, die die Vergangenheit und das Schicksal ihnen beigebracht haben, zu heilen. Eine schöne gefühlvolle Geschichte, die zum Träumen einlädt.

Ein Kuss in den Highlands von Emily Bold
ISBN: 978-3-958180062


Donnerstag, 9. Oktober 2014

Väterchen Frost



Bei einer archäologischen Grabung in der Nähe von Jekaterinburg findet Dr. Linda Pawlow im Permafrostboden eine gut erhaltene Frauenleiche, die ein Medallion in der Hand hält. Diese Spur führt sie nach Irland zu einem alten Mann namens Michail Jakow, mit dem sie bereits Briefe ausgetauscht hat. Als sie ihm das Schmuckstück zeigt, beginnt er, eine unglaubliche aber seiner Ansicht nach plausible Geschichte zu erzählen. Eine Historie, um die letzten Wochen der Familie Romanow, des letzten Zaren. Gefangen und in steter Bedrohung leben diese. Kann es in letzter Minute eine Rettung geben. Jedenfalls startet das britische Königshaus, mit dem die Romanows verwandt sind, eine spektakuläre Rettungsaktion.

Fesselnd beschreibt der Autor wie die Teilnehmer der Aktion an den verschiedensten Orten rekrutiert werden, Abenteurer, Revolutionäre, Militärs. Sie alle haben verschiedene Gründe, ihre Teilnahme zuzusichern oder müssen auch erst mit sanfter Gewalt überzeugt werden. Doch auch der russische Geheimdienst schläft nicht und versucht alles die Verschwörung zum Scheitern zu bringen.


Zwar deutet der Autor an, vieles in seinem Buch hätte tatsächlich so geschehen können, nur hin und wieder habe er sich dichterische Freiheiten erlaubt. Dies kann und soll an dieser Stelle nicht überprüft werden. Dass das Ableben der Romanows geheimnisumwittert ist, ist wohl unbestritten. Und um diesen Ansatz herum hat der Autor seine Verschwörungstheorie auf packende und unterhaltsame Weise entwickelt. Auch wenn schließlich einiges der Phantasie der Leser überlassen bleiben muss, bietet dieser  historisch angehauchte Verschwörungs-Thriller eine spannende Lektüre.

Operation Romanow von Glenn Meade
ISBN: 978-3-404-16602-2


Mittwoch, 8. Oktober 2014

Joona Linna ermittelt nicht



Eigentlich ist Joona Linna vom Dienst suspendiert, also fast, gegen ihn läuft eine interne Ermittlung. Deshalb darf er bei den rätselhaften Mordfällen in Sundsvall auch nur als Beobachter fungieren. Natürlich hält er sich nicht daran, denn nach den beiden Taten in der Einrichtung für schwer erziehbare Jugendliche ist eines der dort lebenden Mädchen verschwunden. Alle Spuren deuten darauf hin, dass sie nicht nur auf der Flucht ist, sondern dass es sich bei ihr auch um die Täterin handeln könnte. Und als dann in der Nähe ein Auto gestohlen wird, in dem ein vierjähriger Junge sitzt, beginnen alle Ermittler auf Hochtouren zu arbeiten, nur leider ziehen sie nicht immer an einem Strang.

Wie auch in den vorherigen Bänden ist Joona Linna den anderen oft eine Spur voraus, zum einem weil er aufmerksamer ist und nicht nur das offensichtliche sieht zum anderen weil er sich in seinen Überzeugungen nicht beeinflussen lässt auch nicht von Autoritäten. So etwas führt dann zwar zu internen Ermittlungen aber eben auch zu Aufklärungen von Fällen, die andere schon zu den Akten legen wollen. Und so ist es auch hier, die Schuld des Mädchens scheint erwiesen, wozu also noch weiter ermitteln. Doch für Linna erscheint einiges nicht rund, er will die Sache verstehen, den Grund wissen. Und so nimmt er selbst winzige Spuren auf und findet Zusammenhänge, die zunächst doch sehr zufällig wirken und schließlich doch einen Sinn ergeben. 


Ein Fall, der einen schauern lässt. Atemberaubend zu lesen und doch verstörend. Dabei offenbart sich eine verborgene Seite Linnas, die vorher angedeutet wurde, sich nun aber mit Leben füllt und um den Ermittler fürchten lässt. Die Neugier, die man unweigerlich fühlt, muss allerdings bis zur Lektüre des vierten Bandes dieser ausgesprochen spannenden Reihe unbefriedigt bleiben.

Flammenkinder von Lars Kepler
ISBN: 978-3-404-16966-5

Dienstag, 7. Oktober 2014

Zum Wohle des Kindes



Familienrichterin Fiona Maye ist Vorsitzende des Obersten Gerichtes. Hochintelligent und um Gerechtigkeit bemüht macht sie sich ihre Entscheidungen nicht leicht, gewissenhaft begründet sie wie sie zu ihrem Entschluss gekommen ist. Welche Entscheidung zum Beispiel ist zu treffen, wenn einer der siamesischen Zwillinge nur um den Tod des anderen gerettet werden kann. Ein Fall, der sie nicht loslässt. Und nun da es in ihrer Ehe kriselt, muss sie eine Eilentscheidung treffen. Ein an Leukämie erkrankter Jugendlicher, der gemeinsam mit seinen Eltern den Zeugen Jehovas angehört, verweigert die überlebensnotwendige Bluttransfusion. Entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit fährt Fiona zu dem Jungen ins Krankenhaus.

Alles andere als ein leichtes Thema hat der Autor hier in seine besonderen Worte gekleidet. Im englischen Original nicht ganz leicht zu lesen, aber davon abgesehen auch inhaltlich nicht leicht verdaulich. Eindringlich werden die Entscheidungsnöte der Richterin geschildert. Wenn man anfängt über die Themen nachzudenken, über die sie entscheiden muss, kommt man selbst zu keinem Entschluss und man kann möglicherweise wenigstens im Ansatz nachvollziehen, welche Nöte die Richterin hat, eine gerechte und rechtmäßige Entscheidung zu finden. Viele Gedanken macht sie sich, was zum Wohle des Kindes zu geschehen hat und ob und welchem Maße dabei der Wille des Kindes zu berücksichtigen ist. Ihre Entscheidungen muss man vielleicht nicht teilen, sind jedoch immer wohlbegründet und nach ihrem Rechtsempfinden unausweichlich. In der besonderen Situation ihrer eigenen Krise ist der Druck noch größer als bisher, dennoch versucht die Richterin sich zu prüfen und zum Wohle des kranken Jugendlichen zu entscheiden. Sie bedenkt allerdings zu wenig, welche Auswirkung ihre Entscheidung haben kann.

Dieser schon in seiner Thematik ungewöhnliche Roman gibt einen Einblick in das Leben einer Richterin, die gewissenhaft entscheiden und gerecht sein will und dabei in einer persönlichen Krise doch sehr menschlich und damit auch fehlbar wird. Nachdenklich stimmend ist die Lektüre doch jedem weiter zu empfehlen, der Büchern zugeneigt ist, die einem zwar etwas abverlangen, dafür aber auch im Gedächtnis haften bleiben.

The Children Act von Ian McEwan

ISBN: 978-0-224-10199-8

Investigative Recherche



Der investigative Reporter Tom Hagen erlebt in Afghanistan sein persönliches Fiasko. Eine Operation, die eigentlich nicht stattfinden sollte, geht gründlich schief und einige Unschuldige finden dabei den Tod. Danach ist es vorbei mit Toms Karriere. Er stürzt fürchterlich ab, Aufträge bleiben aus, da er seine Ruf ruiniert hat. Erst Jahre später bekommt er in Israel so etwas wie eine zweite Chance. Doch Hagen scheint in alte Verhaltensmuster hinein zu rutschen, womit er die falschen Leute auf sich aufmerksam macht. Und wieder gibt es Todesfälle, doch diesmal versucht Tom alles, um größeres Unheil zu verhindern und deckt dabei ein ganz unglaubliches Komplott auf, dessen Wurzeln schon seit der Gründung des Staates Israel zu wachsen scheinen. 

Wieder einmal holt der Autor weit aus, um seiner Geschichte einen Hintergrund zu geben, der sich als sehr interessant erweist. Die Geschichte des Staates Israel und zweier Siedlerfamilien der ersten Stunde ist gerade am Anfang sehr fesselnd, während später die politischen Verwicklungen etwas kompliziert scheinen, was allerdings auch an der nur rudimentären Kenntnis des Lesers von den  tatsächlichen Ereignissen liegen kann. Dagegen gewinnt der Teil, der die gegenwärtige Situation des Journalisten Tom Hagen beschreibt im Verlauf der Handlung immer mehr an Fahrt. Geradezu atemberaubend Hagens Flucht, seine Chuzpe, auf der Suche nach einer Story nicht vor Tricks zurückschreckend. Dass er dabei eher zufällig in ein Wespennest sticht, ist schon Ironie des Schicksals. 

Kann man Geheimdiensten wirklich alles zutrauen? Sind Politiker immer skrupellos, oder Reporter. Jedenfalls scheint es nur wenige Grenzen zu geben. Familie, Freundschaft, Liebe, Vertrauen tragen nichts dazu bei, von übergeordneten Zielen abzuweichen. Zu viele in langen Jahren teilweise über Generationen gewachsene Ressentiments finden ihren Höhepunkt in einem perfiden Plan, den Hagen zu enthüllen droht. Durch die Kombination der beiden Handlungsstränge entfaltet sich vor dem Leser ein in weiten Teilen rasant erzählter Roman, der einen interessanten Einblick in die inneren Abläufe des israelischen Staates gibt. 


Ein packendes Polit-Thriller, beeindruckend ausrecherchiert und detailliert beschrieben.

Breaking News von Frank Schätzing 

ISBN: 978-3-462-04527-7


Montag, 6. Oktober 2014

Scherben

Philippa Murray ist völlig aufgelöst als ihr Freund Sean nach einem Streit verschwindet. Sie unternimmt alles, um ihn zu finden.
Jahre später wird die junge Witwe des Medienmoguls Darney von ihrem Stiefsohn tot aufgefunden. Dieser wurde durch einen seltsamen Anruf aufgeschreckt, der vom Anschluss der Stiefmutter kam und in dem der Anrufer etwas murmelte, das klang wie „Sean“. Cedric Darney gerät zunächst selbst in Verdacht. Doch bald taucht eine Philippa Murray bei der Polizei auf, die behauptet der verschwundene Sean Butler habe Lilian Darney umgebracht. Und dann ist auch Philippa nicht mehr auffindbar.

Ob es sich hier um eine Reihe handelt, wird nicht eindeutig klar. Wenn man sich auf der web-site der Autorin umschaut, tauchen in den Beschreibungen jedoch einige Namen auf, die man auch hier wiederfindet. Und einige Bemerkungen in diesem Roman lassen darauf schließen, dass sie sich auf Ereignisse beziehen, von denen man als Leser Kenntnisse haben könnte. Dennoch ist diese Geschichte in sich abgeschlossen. Um einen klassischen Krimi handelt es sich nicht, denn Ermittlungen der Polizei nehmen eine eher untergeordnete Rolle ein. Aus dem Verlauf der Ereignisse in der Gegenwart und den Aufzeichnungen Philippas, die mit Seans Verschwinden beginnen, kann man sich die Hintergründe um den Todesfall der Lilian Darney zusammenreimen. Es entspinnt sich ein Rätsel, in dem letztlich Zufälle zu einer Tat führen, deren Hintergrund geschickt konstruiert ist. 


Möglicherweise, obwohl für das Verständnis nicht notwendig, ist es doch angebracht, die vorherigen Bände zu kennen. Denn die Personen mit ihren Schwächen und Stärken, ihre Beziehungen untereinander, wirken so etwas in den luftleeren Raum gestellt und wollen nicht so recht Sympathie wecken. Auch wenn schließlich für die Überlebenden eine Atempause eintritt und der Todesfall Lilian Darney geklärt ist, fühlt man doch die Leerstellen. Dennoch ein Spannungsroman, der fesselt und den Leser in eine seltsame Welt der armen Reichen eintauchen lässt.

Das zerbrochene Fenster von Zoe Beck
ISBN: 978-3-404-16046-4

Sonntag, 5. Oktober 2014

Illusionen



Als Tooly die Anzeige sieht, scheint es ihr die ideale Sache zu sein. Sie kauft eine kleine Buchhandlung an der Grenze zwischen England und Wales. Das World´s End macht seinem Namen alle Ehre, es wirft nicht viel ab und ihren Angestellten Fogg kann sie auch bald nicht mehr bezahlen. Doch die Bücher sind ihre Welt. Als Tooly die Nachricht bekommt, man müsse über ihren Vater reden, macht sie sich auf den Weg nach Amerika, obwohl Humphrey nicht ihr Vater ist.

In Rückblenden erfährt man von Toolys Kindheit und Jugend. Allein mit ihrem Vater zieht sie von Australien nach Bangkok, wo sie gleich Schwierigkeiten mit einem Lehrer bekommt. In New York dringt sie in fremde Wohnungen ein, in dem sie behauptet, dass sie dort einmal gewohnt habe. Und immer ist Humphrey dabei. 

Tooly ist schon ein eigenartiges Mädchen, ihre Jugendjahre sind in einer Art Parallelwelt, sie kennt die Welt ohne sie wirklich zu kennen. Sie ist einsam und mit ihrer seltsamen Art rührt sie doch die Menschen an. Doch sie nutzt sie auch aus gerade wie sie es von ihren Mitwanderern gelernt hat. Doch immer kümmert sich jemand um sie. Tooly hat zwar keine Heimat, dennoch fühlt sie sich geborgen. 

Geradezu wie der Eintritt in eine Traumwelt kommt einem die Lektüre dieses Romans vor. In einer melancholischen und etwas wehmütigen Stimmung erlebt man Toolys eigenartige Jugend, die sie etwas haltlos aber doch liebenswert hat werden lassen. Die Neugier wie es zu Toolys Reise durch die Welt gekommen ist, lässt beim Lesen große Spannung aufkommen. Was kann nur für ein Geheimnis dahinter stecken. Nach und nach erfährt man Kleinigkeiten, die die eigene Phantasie ebenso beflügeln wie ihr Lebensweg wohl Toolys Phantasie beflügelt hat. Man träumt sich eine Märchenwelt mit guten Geistern und bösen Feen. Doch nach und nach kommen Wahrheiten ans Licht und man muss sich von so manchem Traum verabschieden, doch dafür bekommt man ein Leben geschenkt, in dem der Kopf nicht in den Wolken hängt und sich vielleicht ganz reale Träume erfüllen.

Ein wunderbar poetisch geschriebener Roman über Tooly und ihre Bücher.
Aufstieg und Fall großer Mächte von Tom Rachman
ISBN: 978-3-423-28035-8

Zerbrochene Träume

Nach einem Autounfall findet die Polizei Blut im Auto eines der Unfallbeteiligten. Da nicht nur das, sondern der ganze Unfallhergang seltsam ist, wird DC Peter Grant hinzu gerufen. Doch kaum beginnt er zu ermitteln, gibt es schon den nächsten eigenartigen Todesfall eines Stadtplaners. Damit nicht genug, ein 26jähriger stirbt an einem Herzinfarkt. Irgendwie scheint zwischen den Vorfällen einen Zusammenhang zu geben, der auf eine Wohnanlage deutet, die von einem verrückt-genialen Architekten entworfen wurde, und nun vor dem Abriss steht. Um näher am Geschehen zu sein, beginnen Peter und Lesley undercover zu ermitteln.

Im vierten Fall um den Ermittler der magischen Abteilung Peter Grant muss der tapfere und etwas tolpatschige Detective einen wirklich kniffligen Fall lösen, der echt an die Substanz geht. Nach eher altmodischer und gerade deshalb sehr angenehm zu lesender Art setzt Grant gemeinsam mit Lesley und seinem Chef Nightingale die einzelnen Puzzleteile zusammen. Nachdem die Magie eigentlich auf dem Rückzug ist, sollte es eigentlich keine Magier mehr geben, doch tauchen immer wieder ausgebildete Magier auf. Und auch der Mann ohne Gesicht ist nicht von der Bildfläche verschwunden. Nicht so einfach da den Zusammenhang zu den aktuellen Fällen zu finden. Erst als einige Hinweise auf die Wohnanlage hindeuten, scheint es, wenn auch nur in Trippelschrittchen voran zu gehen. Und dann ist da auch noch die Frühlingskirmes der Flussgötter.

Und wie sieht es zwischen Peter und Lesley aus? Lesleys Gesicht konnte noch nicht rekonstruiert werden, bei einer erneuten Operation hat sie wenigstens ihre Stimme wieder bekommen. Peter bemüht sich, ihre Verstümmelung zu ignorieren, doch er träumt von ihr, mit ihrem heilen Gesicht. Und er fragt Becky, die eigentlich etwas ganz anderes hören möchte, ob die Flussgeister eine Möglichkeit haben, Lesley zu helfen. 

Auch wenn man nicht so viel über das große Ganze erfährt, wie vielleicht gewünscht, ist dies ein packender Krimi gespickt mit Andeutungen, die das Interesse immer aufrecht halten. Die Partnerschaft zwischen Lesley und Peter nimmt einen erheblichen Teil der Story ein und man fragt sich, ob zwischen den Beiden hätte mehr sein können. Dies was wäre wenn beschäftigt auch Peter, der dadurch blind für anderes wird. Und einige zusätzliche geradezu tragische Entwicklungen rühren den Leser an und machen das Buch zu einem Besonderen in der Reihe. Am Schluss wird der Leser noch mit einer Wendung konfrontiert, bei der einem fast das Herz stehen bleibt und man wirklich hofft, dass es nur ein ganz besonders fieser Cliffhanger ist.
Broken Homes von Ben Aaronovitch
ISBN: 978-1-473-20513-6

Das Inferno




Mit Wehmut verlässt Moritz Kepplinger die Polizeihochschule. Soeben hat er die Prüfung mit guten Ergebnissen abgelegt und schon muss er die nach fast drei Jahren vertraute Umgebung verlassen. Am Montag, den 23.Juli 2013, tritt er seine erste Stelle bei der Polizei-Inspektion in Göppingen an. Es bleibt ihm kaum eine halbe Stunde Zeit sich einzugewöhnen, denn es wird das Verschwinden eines 10jährigen Mädchens gemeldet. Eine Sache, die sofortigen vollen Einsatz erfordert. Denn je länger ein Kind verschwunden ist, desto geringer ist die Hoffnung. Und dieses kleine Mädchen verschwand schon am Freitag. Die geschiedenen Eltern bemerkten nichts, weil sie dachten, die Kleine sei beim jeweils anderen.

Der frischgebackene Kommissar Moritz Kepplinger macht sich mit großem Eifer an seine Aufgabe. Ins kalte Wasser gestürzt muss er versuchen zu bestehen und er macht seine Sache nicht schlecht. Sich immer der Möglichkeit von Fehlern bewusst, dabei aber an den Dozenten denkend, dass nur unbedingter Perfektionismus einen von Taten abhält, die die Ermittlung voranbringen. Eine gewisse Anzahl von Fehlern sei erlaubt. Bei seinen ersten Schritten steht ihm die Streifenpolizistin Lea zur Seite, die auch manchmal an ihrem Beruf zweifelt und doch gerne zur Kripo möchte. Mit ihrem Einfühlungsvermögen und wachen Verstand ist sie dem Kommissar manchmal voraus. Doch beide bringt der Fall an ihre Grenzen. Die zerstrittenen Eltern des Kindes, die Mutter erleidet einen Nervenzusammenbruch, der Vater neigt zur Gewalttätigkeit, keine leichte Ausgangslage, nicht leicht einen Ermittlungsansatz zu finden. Lange müssen die Ermittler im Trüben fischen, etliche Spuren führen ins nichts.


Der Autor, selbst im Polizeidienst tätig, weiß wovon er schreibt. Eindringlich schildert er die mühsame Kleinarbeit der Spurensuche, die Enttäuschung über einen vergeblichen Gedanken, die langsam schwindende Hoffnung, das Kind lebend zu finden, den Versuch sich dennoch an diese Hoffnung zu klammern, das langsame sich herauskristallisieren eines Zusammenhangs. Hin und her schwankend zwischen Schilderungen, die eher einem Polizeibericht gleichen, und den emotionalen Befindlichkeiten der Protagonisten, die einen beim Lesen mitfiebern und mitempfinden lassen, bietet dieser Krimi mit dem sympathischen Kommissar-Neuling Kepplinger einen hervorragenden Einblick in die Ermittlungstätigkeit der Beamten. Ein erster Fall, der nicht nur dem Kommissar im Gedächtnis bleiben wird.

Hochsommermord von Jochen Frech
ISBN: 978-3-442-74464-0

Samstag, 4. Oktober 2014

Was singt die Lorelei so schön



Kommissar Jan Seidel ist nicht so gut drauf. Nach der Trennung von seiner Ex-Verlobten Nicoletta ist er bei seiner Großmutter in Königswinter eingezogen und nach einem Treffen mit der Ex ist er etwas durcheinander. Und auch Arbeit gibt es; ein verstörter Angler meldet den Fund einer Leiche. Zwischen dem Toten und dem Angler gibt es eine Verbindung wie schnell klar wird. Der Verstorbene ist der Bruder eines Nachbarn. Doch was wollte er in Königswinter? Das wüsste auch Seidels Großmutter Edith Herzberger gern und nichts auch kein Kommissar-Enkel kann sie davon abhalten, ihre Fühler auszustrecken.

Zwar handelt es sich hier bereits um den zweiten Band um Jan Seidel und seine Oma, wobei es beim Lesen nicht weiter stört, wenn man den ersten nicht kennt. Allenfalls ist zu sagen, dass der zweite vielleicht genauso viel Appetit auf den ersten Band macht wie umgekehrt. Erfreulich normale Ermittler mit normalen Alltagsproblemen, eine naseweise Oma, die den anderen manchmal voraus ist und ein Fall, der, obwohl schon sehr perfide angelegt, das Nervenkostüm des Lesers nicht überstrapaziert, sondern zum konzentrierten Rätseln einlädt und damit bestens unterhält. Keine schwere Kost ist etwas sehr Schönes, so dass ich mir die Namen des Kommissars und seiner Schöpferin wohl merken werde.
zu "Loreley singt nicht mehr" von Judith Merchant
ISBN:978-3-426-50864-0