Mittwoch, 8. Oktober 2014

Joona Linna ermittelt nicht



Eigentlich ist Joona Linna vom Dienst suspendiert, also fast, gegen ihn läuft eine interne Ermittlung. Deshalb darf er bei den rätselhaften Mordfällen in Sundsvall auch nur als Beobachter fungieren. Natürlich hält er sich nicht daran, denn nach den beiden Taten in der Einrichtung für schwer erziehbare Jugendliche ist eines der dort lebenden Mädchen verschwunden. Alle Spuren deuten darauf hin, dass sie nicht nur auf der Flucht ist, sondern dass es sich bei ihr auch um die Täterin handeln könnte. Und als dann in der Nähe ein Auto gestohlen wird, in dem ein vierjähriger Junge sitzt, beginnen alle Ermittler auf Hochtouren zu arbeiten, nur leider ziehen sie nicht immer an einem Strang.

Wie auch in den vorherigen Bänden ist Joona Linna den anderen oft eine Spur voraus, zum einem weil er aufmerksamer ist und nicht nur das offensichtliche sieht zum anderen weil er sich in seinen Überzeugungen nicht beeinflussen lässt auch nicht von Autoritäten. So etwas führt dann zwar zu internen Ermittlungen aber eben auch zu Aufklärungen von Fällen, die andere schon zu den Akten legen wollen. Und so ist es auch hier, die Schuld des Mädchens scheint erwiesen, wozu also noch weiter ermitteln. Doch für Linna erscheint einiges nicht rund, er will die Sache verstehen, den Grund wissen. Und so nimmt er selbst winzige Spuren auf und findet Zusammenhänge, die zunächst doch sehr zufällig wirken und schließlich doch einen Sinn ergeben. 


Ein Fall, der einen schauern lässt. Atemberaubend zu lesen und doch verstörend. Dabei offenbart sich eine verborgene Seite Linnas, die vorher angedeutet wurde, sich nun aber mit Leben füllt und um den Ermittler fürchten lässt. Die Neugier, die man unweigerlich fühlt, muss allerdings bis zur Lektüre des vierten Bandes dieser ausgesprochen spannenden Reihe unbefriedigt bleiben.

Flammenkinder von Lars Kepler
ISBN: 978-3-404-16966-5

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