Sonntag, 23. November 2014

Das Haus am Meer

Das Haus am Meer hat es Daniel und seiner schwangeren Freundin Piper angetan. Zwar ist es etwas heruntergekommen, aber wenn sie etwas Arbeit hineingesteckt haben, wird es das ideale Haus für ihre kleine Familie sein, voller Liebe und Wärme. Das ist der Traum. Das war der Traum. Denn als Daniel eines Abends alleine noch eine Kleinigkeit erledigen will, platzt das Aneurysma in seinem Kopf, von dem niemand etwas wusste und jede Hilfe kommt zu spät. Und nun steht Piper vor den Scherben ihres Glücks, zutiefst deprimiert, würde sie Daniel am liebsten folgen, doch sie muss an ihr ungeborenes Kind denken, das einzige, was von Daniel bleibt. In der kleinen Wohnung im Haus von Daniels Eltern erinnert alles an den Verstorbenen, Piper beschließt daher in das Haus am Meer zu ziehen. 

Wie schwer ist der Tod eines geliebten Menschen zu verwinden, fast scheint es unmöglich zu sein. Wahrhaftig leidet man mit Piper mit, hofft, wenn es doch mal einen kleinen Silberstreif gibt, stürzt mit ihr in den Abgrund der Trauer, wenn die Erinnerungen übermächtig werden, fragt sich, ob es jemals besser werden wird. Spürt doch allmählich, dass der dumme Spruch, die Zeit heile alle Wunden, eine gewisse Gültigkeit hat. Empfindet die Schuldgefühle, wenn die Erinnerung an den Verstorbenen langsam nachlässt. Auch die große Freude über die Geburt des Kindes, tatsächlich, ein Grund zu leben und Freude zu empfinden. Kann es jedoch jemals wieder eine Liebe geben? Immer in der Angst, es könne wieder einen unerträglichen Verlust geben. Man fühlt die Stärke Pipers, die sich langsam dem Leben und der Liebe zuwendet, Daniel loslässt, ohne ihn zu vergessen. 


Ein wunderbar gefühlvoller Roman, der obwohl voller Traurigkeit, doch auch Kraft, Hoffnung und Freude ausstrahlt und somit etwas Sonne in die dunkle Jahreszeit bringt.

Klang der Gezeiten von Emily Bold
ISBN: 978-3-477-82458-0

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