Dienstag, 18. November 2014

Ein Stalker

Die berühmte Country Sängerin Kayleigh Towne fühlt sich bedroht. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere muss sie sich um die Fans bemühen, doch einer scheint die geschäftsmäßige Freundlichkeit von automatisch versandten Mails und Formbriefen völlig falsch eingeschätzt zu haben. Edwin Sharp ist in seiner Art allerdings hochintelligent und so wirken seine Aktionen zwar beängstigend, aber gerade so im Rahmen des gesetzlich Erlaubten, kann niemand wahrhaft etwas dagegen unternehmen. Die Ermittlerin Kathryn Dance, die mit der Sängerin bekannt ist, möchte während einer Urlaubswoche eines der Konzerte zu besuchen. Daher ist sie eher zufällig am Ort als Towne´s Chefroadie auf ungewöhnliche Art zu Tode kommt.

Neben Lincoln Rhyme ist Kathryn Dance die zweite Hauptperson, der der Autor eine lockere Reihe gewidmet hat. Dances besondere Fähigkeiten, die Körpersprache zu lesen und Menschen genau zu beobachten, geben ihr so manchen Vorsprung bei schwierigen Ermittlungen. Und in diesem Fall ist sie in gewisser Weise persönlich betroffen, da die Sängerin, da Opfer, eine wenn auch nicht enge so doch liebe Freundin von ihr ist. Zwar hat die örtliche Polizei zunächst kein großes Interesse an Kathryns Mithilfe, was sie jedoch nicht davon abhält, alles zu unternehmen, um die Sache aufzuklären und die Sängerin zu schützen.


Sehr gut geschildert und Schauer auslösend, ist das Unbehagen, dass der Stalker bei seinem Opfer auslöst. In die Privatsphäre eindringend doch immer noch im Rahmen der Legalität, löst er großes Unwohlsein und Hilflosigkeit aus. Ein wehrloses Opfer, das sich genau als solches fühlt und auch als solches fühlen soll. Mit gemeinen Tricks schafft Sharp es teilweise sogar als Retter dazustehen und beinahe erschleicht er sich das Vertrauen Kayleighs. Geschickt vollbringt es der Autor, seine Leser und mit ihnen die Ermittlerin zu verunsichern. Steckt Sharp wirklich hinter allem oder planen da noch andere ihre Winkelzüge. Hin und her geht es, verdächtig oder nicht. Spuren, die sich aufdrängen und dann doch ins Leere führen. Dance selbst hat den Eindruck, dass Sharp schwer zu lesen ist. Schließlich ergeht sich dieser Unbehagen auslösende Thriller doch auf etwas vielen Nebenschauplätzen, die dem gleichen Muster folgen, so dass der beklemmende Beginn und das packende Ende von einer etwas ausufernden Mitte getrennt werden.

XO von Jeffery Deaver
ISBN: 978-1-4391-5638-4

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