Samstag, 10. Januar 2015

Was ist echt?

Als Entwickler von Videospielen könnte David Pepin ein sorgenfreies Leben führen. Doch so einfach ist es nicht. Zwar liebt er seine Frau Alice, doch immer häufiger stellt er sich vor, wie es wäre, wenn sie tot wäre, wenn er sie tötete. Er ist von ihren ewigen erfolglosen Diäten genervt, inzwischen bringt sie über 130 Kilo auf die Waage und wieder einmal hat sie mit einer Diät begonnen. Doch diesmal scheint es anderes zu sein. Doch noch eine Frage stellt sich David: Wie soll er den Roman beenden, den er heimlich schreibt? 

Zwischen dem Roman im Roman und der Wirklichkeit hin und her pendelnd entwickelt sich die Handlung dieses Buches. Leider ist nicht eindeutig kenntlich gemacht, in welcher Ebene man sich gerade befindet, so dass die Geschichte manchmal etwas sprunghaft und konfus erscheint. Männer, deren Frauen getötet werden. Von ihnen selbst oder anderen, das ist eine Frage. Die andere wieso kommt es überhaupt zu diesen Phantasien. Eine Frage, die nicht gestellt wird, die aber für die Leserin durchaus interessant wäre, welche Phantasien haben denn die Frauen. Haben sie ebenso genug von ihrem Leben, dass sie die Männer am liebsten tod sehen würden. Sind es typisch männliche Gedanken. 


Der Leser wird mit seinen Vermutungen allein gelassen, der Autor bietet lediglich Ansätze jedoch keine Erklärungen oder Lösungen. Der Roman bleibt im Ungewissen, sowohl was die Handlung und letztlich auch was das Genre betrifft. Dies erschwert es, sich eine Meinung zu dem Buch zu bilden. Für mich als Krimiliebhaberin war es, das kann ich nach der Lektüre mit Gewissheit sagen, nicht die optimale Lektüre. Was andere als brilliant empfinden mögen, hat mich eher belastet. Ungenaue Trennungen zwischen Romanwirklichkeit und Romanphantasie, zu offen gehaltene Handlungsstränge und eine eigenartige Sicht auf „alte“ Ehepaare, sind für mich nicht das, was einen Roman zu etwas macht, was mein Leben oder meine Phantasie bereichert.
2,5 Sterne

Mister Peanut von Adam Ross
ISBN: 978-3-492-27458-6

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