Samstag, 28. Februar 2015

Geistgeflüster

Die Journalistin Jilian Noble bringt ein Buch über ihre Erfahrungen mit dem Medium Gabriel Lafayette heraus. Bei einer zufälligen Beschwörung, bei der der Meister eher geschwächt ist und nicht mit einem Kontakt zu rechnen war, ist die Stimme der verstorbenen Frau des Millionärs Bryant Lemuel zu hören. Obwohl Jilian eigentlich nicht an diese Phänomene glaubt, bringen die Ereignisse in Glassfort Hall sie dazu ihren Glauben nochmal zu überdenken. Bryant Lemuel ist so dankbar, die Stimme seiner geliebten Hilda ein letztes Mal gehört zu haben, dass er erwägt einen Lehrstuhl für Übersinnliches an einer Universität in Schottland zu stiften.

Schön schräg erscheint die Idee, diverse Lebende und Tote von ihren Erlebnissen berichten zu lassen, die schließlich zu einen überraschenden Finale führen. Gerade der eben erst zum Uni-Rektor gewählte Jack Parlabane, der in seinem Leben schon einiges erlebt hat und der eigentlich nur ein Zählkandidat war, mit seinem schottischen Akzent, bringt viel Leben in die Handlung. Dagegen sind die Berichte der weiteren handelnden Personen manchmal etwas trocken. Möglicherweise ein Ausdruck des schottisch geprägten satirischen Humor des Autors, der für einen Nichtmuttersprachler nicht leicht zu deuten ist. Zwar zeigt Christopher Brookmyre seine Meinung über ein angebliches Medium recht deutlich und schafft es gleichzeitig mittels sehr geschickter Schachzüge, den Leser lange im Unklaren zu lassen, ob der Kontakt nicht doch echt sein könnte, aber gerade zu Beginn überzeugt die Handlung nicht. Erst nach und nach baut sich Spannung auf, die das anfangs etwas rätselhafte Buch zu einem sehr spannenden Thriller werden lässt.


Ein Roman, in dem ein sehr spezieller Humor beschrieben wird, dennoch ein Autor, den man sich vielleicht merken sollte.

3,5 Sterne

Attack of the unsinkable Rubber Ducks von Christopher Brookmyre
ISBN: 978-0-349-11881-9

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