Dienstag, 24. Februar 2015

Sieben Brücken musst du bauen

Den drei Fischersöhnen Lauritz, Oscar und Sverre stirbt der Vater auf See. Ende des 19. Jahrhunderts ist dies ein besonders tragisches Ereignis, da ihre Mutter kaum die Möglichkeit hat, den Lebensunterhalt zu sichern. Sie schickt ihre Söhne zu ihrem Onkel nach Bergen, wo sie eine Seilerlehre beginnen sollen. Die Jungen erweisen sich als geschickte Handwerker, mit größerem Forschergeist als eigentlich erwünscht. Als sie heimlich ein Schiffsmodell bauen und dafür Material und Werkzeuge borgen, werden sie mit Schimpf und Schande nach hause geschickt. Für die Drei ergibt sich jedoch eine glückliche Wendung, denn ein Mitglied einer wohltätigen Organisation erkennt das große Talent der Jungen und ermöglicht ihnen eine schulische Ausbildung und ein Ingenieurstudium in Dresden. Im Jahr 1901 bestehen sie ihre Prüfungen, doch nicht wie geplant alle drei gehen nach Norwegen zurück, um eine Bahnlinie zu erbauen. Nur Lauritz macht sich auf den Weg, während Oscar in Afrika landet und es Sverre nach England verschlägt.


Angewandte Ingenieurskunst im kalten Norwegen und im heißen Afrika, genau das wird zu einer spannenden und historisch interessanten Geschichte um hauptsächlich zwei der drei Brüder verwoben. Die industrielle Revolution, die langsam auch in den abgelegensten Gegenden ankommt und nicht immer offen und mit Freude in Empfang genommen wird. Standesdünkel drohen so manche Entwicklung zu verhindern. Mit ihrer großen Hartnäckigkeit schaffen sich die Brüder Lauritzen jedoch ganz unterschiedliche Existenzen, die in Anbetracht ihrer ärmlichen Herkunft eine wahrhaft herausragende Leistung darstellen. Ihre Entwicklung auf beruflicher Ebene fesselt und ihr Schicksal im privaten Bereich berührt. Zum Ende jedoch überstürzen sich die Ereignisse, was den Eindruck erweckt als könnte einiges zu kurz gekommen sein.

Ein packender historischer Roman, der zunächst eher durch eine den Blick einfangende Covergestaltung auffällt, aber beim Lesen dann auch vom Inhalt her herausragende Unterhaltung bietet. Der Autor manchen vielleicht eher als Kriminalschriftsteller bekannt zeigt sich hier sehr eloquent von einer anderen Seite. Erwähnt werden sollte wahrscheinlich, dass es sich bei diesem Roman um den ersten Band einer Trilogie handelt. 


Die Brückenbauer von Jan Guillou
ISBN: 978-3-453-41077-0


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