Montag, 23. Februar 2015

Träume sind Schäume

Einen Traum hat sich der Held verwirklicht. Nach einem Studium in Mailand und der anschließenden Rückkehr nach Deutschland, hat er nun eine Heimat in Italien gefunden. Er ist dabei, eine alte Mühle zu renovieren und dafür ist er bei dem ehemaligen Eigentümer sehr gut angesehen. Häufiger treffen sich die beiden zu feucht fröhlichen Runden. Einmal wohnt Don Pascale Nichte Charlotta einer dieser Runden bei, Charlotta, die den Helden förmlich aus den Socken haut. Und es könnte kaum besser kommen, denn die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit. Ja, wenn, wenn nur der Held sich am nächsten Tag noch an die Einzelheiten erinnern könnte.


Kurz und knapp wie ein Rausch entblättert sich die Geschichte und doch scheint nichts zu fehlen. Doch was geschieht eigentlich? Ist es ein Blick in den Abendhimmel, der den Autor zu einem leicht surrealistischen Traum verleitet, den er niedergeschrieben hat, um seine Leser zu verwöhnen? Oder soll die Geschichte so sein, wie eine Mahlzeit, die der Held nicht verträgt und die zu verworrenen Träumen führt? So ganz sicher kann man vielleicht nicht sein, möglicherweise ist genau das die Intention. Trotz aller Unsicherheit fühlt man sich die schöne italienische Landschaft entführt, erlebt eine Hitzewelle mit, wie man sie hier gerne mal hätte und wundert sich über die Fähigkeiten des Helden, sein Telefon zu schrotten. Amüsant, schnell und wenn es um die Trippa geht manchmal etwas eklig kann man die Lektüre empfinden, die mit einer Einladung zu einem tatsächlich eher leckeren Essen endet.

Henkersmahlzeit und andere Delikatessen von Franco Bollo


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