Samstag, 28. März 2015

Der Tag X

Kurz vor einer Verhaftung wird Kommissar Frank Stave angeschossen. Wochenlang ringt er in der Eppendorfer Klinik mit dem Tod. Langsam wieder genesen steht sein Entschluss fest: Er wird das Morddezernat verlassen und zum Chefamt S wechseln, dass für den Schwarzmarkt zuständig ist.  Im Juni 1948 stellt er sich damit in den Augen der Kollegen auf das berufliche Abstellgleis. Die Gerüchte einer Währungsreform und dem Ende des Schwarzmarkts verdichten sich. Dennoch gibt es einen Fall für Stave, in einem zerbombten Haus haben einige Trümmerfrauen neben einem Toten auch ein paar Skulpturen gefunden, die vermutlich von den Nazi-Schergen als entartete Kunst eingestuft dort versteckt waren.

In seinem dritten Fall ermittelt Kommissar Frank Stave in einem anderen Milieu und gerät von Jagdfieber gepackt doch wieder in eine Mordermittlung. Denn so scheint es der Ex-Kollege von der Mordkommission verschleppt eine Nachforschungen fast so als solle der Fall im Sande verlaufen. So etwas kann Stave einfach nicht geschehen lassen zumal zwischen den beiden Fällen eine Verbindung zu bestehen scheint. Gleichzeitig tauchen auf dem Schwarzmarkt gefälschte Geldscheine auf, was Staves Freund Lieutenant James MacDonald auf den Plan ruft. Dieser hat bereits seine Abkommandierung in der Tasche und es wird die vorerst letzte Zusammenarbeit der Beiden in Hamburg.


Die Nachkriegszeit, die Zeit um die Währungsreform - in einen packenden Fall gekleidet schildert der Autor das Leben der Menschen in diesen Wendewochen. Verbrechen gibt es zu jeder Zeit, also auch in dieser des Aufbruchs. Und so wird Oberinspektor Stave nicht arbeitslos. Doch ist der Ruck, der mit der Ausgabe des neuen Geldes, durch die Menschen und auch durch die Wirtschaft ging, in den Zeilen deutlich zu spüren. Das karge Leben, die im geheimen gehorteten Waren, die plötzlich in den Schaufenstern lagen, das Staunen der Menschen, der Glaube an das gute Geld, die regulierende Wirkung von Angebot und Nachfrage. Doch auch die Naziverbrechen, die kaum geahndet werden, da kaum jemand seine Schuld anerkennt, die meisten sich als bloße Befehlsempfänger bezeichnen und ihnen bedauerlicherweise in den seltensten Fällen das Gegenteil bewiesen werden kann. Eintauchen kann man in diesen fesselnden Krimi, der packt und gleichzeitig gemahnt, nicht zu vergessen. Wie können Täter so leicht davonkommen, die Opfer sind für immer tot. Eine ausgesprochen gelungene Krimireihe für zeitgeschichtlich Interessierte, die  lebensechte Charaktere und intelligent konstruierte Fälle zu schätzen wissen.
4,5 Sterne

Der Fälscher von Cay Rademacher
ISBN: 978-3-8321-9695-0

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