Samstag, 21. März 2015

Nemesis

Kommissar Niklas Steg hat sich nach seiner Trennung von München zurück nach Berlin versetzen lassen. Zwar bedauert er sehr, dass er so seine Tochter nur selten sieht, doch der Schritt war notwendig. Zum einen brauchte er Abstand und zum anderen bedürfen seine Eltern, die nun langsam in die Jahre kommen, einer gewissen Betreuung. Und schnell bekommt es Niklas mit einem sehr grausamen und kaltblütigen Mörder zu tun. Der Täter klingelt sogar bei einer Nachbarin, damit das Opfer schnell gefunden wird. Dominik Weiß war allein zu Haus, seine Frau verbrachte ein verlängertes Wochenende in einem Wellness-Hotel. Weiß hatte keine Chance.

Zunächst kommen die Ermittlungen nicht so recht voran, Kommissar Steg und seine Kollegin Jasmin Ibscher tappen zunächst im Dunkeln. Was wie eine Beziehungstat erscheinen könnte, wird durch das 100%ige Alibi von Annika Weiß zu einem rätselhaften Geschehen. Denn wer sonst könnte ein Motiv haben? Zwar arbeitete Weiß für eine etwas zwielichtige Firma, doch gibt dies keinen weiteren Ansatzpunkt. Was also kann zu dieser Gewalttat geführt haben. Erst als eher durch einen Zufall die Privatdetektivin Sabrina Lampe zu den Ermittlern stößt, ergibt sich ein Zusammenhang.

Ein Thriller wie er im Buche steht. Erst einmal begonnen mag man das Buch kaum mehr aus der Hand legen, weil man wissen will, wie es den Polizisten gelingt, dem Täter das Handwerk zu legen. Völlig unerheblich dabei, dass einige Zusammenhänge recht schnell klar werden, wobei eine gewisse Ähnlichkeit zu bestimmten Hitchcock-Filmen durchaus gewollt ist. Ein wenig erinnert es an Remmington Steele, der ja auch zur Lösung seiner Fälle oftmals ein paar Filme in petto hatte. Dabei wird gerade der Kommissar Niklas Steg sehr menschlich dargestellt, wie er langsam dabei ist, die Trennung zu überwinden und wie er in die Rolle als „Pfleger“ seiner Eltern hineinwächst. Da kommt die Kollegin Ibscher fast ein wenig zu kurz. Dennoch besteht hier ein interessantes Team, dem noch viele Fälle zu gönnen wären, perfekt ergänzt durch die manchmal etwas schusselig erscheinen Detektivin Sabrina Lampe. Vielleicht wird man auf die nächste Ermittlung auch nicht lange warten müssen, jedenfalls endet die Danksagung des Autors mit einem entsprechenden Hinweis.


Atemberaubende Spannung, ein Sturzflug durch das Geschehen, der zum Glück mit einem Ausflug an den Wannsee endet. 

Vergelte! von Siegfried Langer
ISBN: 978-1-477-83071-0

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