Samstag, 4. April 2015

Leben lassen

Mit Anfang zwanzig ist Dorte bereits mehrmal umgezogen. Gerade jetzt hat sie wieder ein neues Heim, ein kleines Häuschen bei den Bahngleisen. Es gehört ihrer Tante Dorte, nach welcher die Jüngere benannt ist, weil die Ältere keine Kinder bekommen kann. Doch die junge Dorte fühlt sich nicht sofort wohl in ihrem Haus, sie schläft schlecht, sie lässt sich treiben, sie tut nur so als studiere sie. Ziellos und haltlos wandert sie von einer Bekanntschaft in die nächste. Die vergangenen Jahre seit der Schulzeit immer im Gedächtnis wo es begann, zunächst mit einem festen Freund und dann eher lockeren Beziehungen. Eine der wenigen Konstanten bleibt dabei Dorte die Ältere.


Beim Lesen wird man durch Dortes Gedankenwelt gewirbelt und findet ebenso wenig Halt wie die junge Frau. Ohne Plan und ohne Ziel lebt sie dahin wie es wohl am ehesten die Jugend kann. Doch leider wirkt es nicht wie ein glückliches sich Treiben lassen mit einem Lächeln auf den Lippen, eher wie ein depressives den Wunsch nach Hilfe und Halt nicht ausdrücken können. Beziehungen letztlich ohne wirkliche Bedeutung, teilweise den Partner verletzend, teilweise vom Partner verletzt werdend, vertut Dorte ihre Zeit in großer Lethargie. Kann sie nicht anders oder will sie es nicht? Schließlich lässt man sich durch diesen Roman treiben wie sich Dorte durch ihr Leben treiben lässt. Man bleibt etwas ratlos zurück. Schön zwar, aber nicht hilfreich, dass der Titel wörtlich vom Dänischen ins Englische übersetzt wurde.

3 Sterne

This should be written in the Present Tense von Helle Helle
ISBN: 978-1-846-55805-4


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