Mittwoch, 20. Mai 2015

Invasion von Freunden

Willibald Adrian Metzger, seines Zeichens Restaurateur alter Möbel, bekommt "Besuch" von seinem Freund dem Kommissar Eduard Pospischill. Und mit dem muss er dann auch noch in die Oper, Stravinsky wird gespielt, schwere Kost, da haut man doch nach der Pause ab. Auf dem Heimweg wird dem Metzger das Sakko geklaut, von einem jugendlichen Spitzbuben. Und am nächsten Tag wird die Paukenspielerin mit durchschnittener Kehle in einer Mülltonne gefunden. Da des Metzgers Wohnung als Pospischills Hautquartier dient, ist er näher an den Ermittlungen als ihm lieb sein kann, denn nicht nur ihn bringt es durcheinander, sondern auch die Beziehung zu seiner Wochenendfreundin.

Hineinlesen muss man sich etwas in diesen literarischen Ausflug nach Wien, doch dann mag man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Leicht verdreht doch sympathisch grummelt und grantelt sich der Metzger durch die Ermittlungen. Doch immer steht er seinem Freund Pospischill zur Seite oder dieser dem Metzger. Auch große und vor allem unerwartete Änderungen in seinem Leben nimmt der Metzger mit Ruhe und Gelassenheit. Nur ein Ereignis lässt ihn die Gelassenheit verlieren und fast verzweifeln, wäre da nicht eine kleine Blume Hoffnung. Fast schon nebenbei wird auch der Fall gelöst und zu einem überraschenden Schluss geführt. 

Der Metzger, ein Starrkopf, der sich fast gegen seinen Willen weiter entwickelt und dem ich aus freiem Willen wohl noch öfter begegnen werde.

4 Sterne

Der Metzger holt den Teufel von Thomas Raab
ISBN: 978-3-492-27362-6


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