Sonntag, 2. August 2015

Nur eine gute Tat

Vor einiger Zeit fiel dem Photografen Mark Taylor eine alte Kamera in die Hände. Obwohl es sich um ein gutes altes Stück handelt, wird Mark nicht glücklich damit. Denn so oft er auch wunderbare Bilder mit dem Apparat schießt, immer wieder findet furchteinflößende Abzüge, an deren Entstehung er sich nicht erinnern kann. Noch beängstigender werden für Mark die Träume, die er nachdem er die Fotos gemacht hat, im wahrsten Sinne des Wortes erleidet. Zusammen mit der Kamera kann er Ereignisse vorhersehen, die meist nicht gut ausgehen. Als Mark merkt, dass er die Ereignisse verhindern kann, wenn er rechtzeitig eingreift, opfert er dieser Lebensaufgabe fast alles. Richtig schlimm für ihn ist, dass er den Anschlag auf die Zwillingstürme nicht verhindern kann. Im Gegenteil, er gerät in Verdacht, in das Attentat involviert zu sein.

Nach der Lektüre dieses Romans, habe ich geschaut, ob es sich bei dem Autor um einen Mann oder eine Frau handelt. Überrascht hat es mich dann schon, dass ich es mit einer Autorin zu tun hatte. Durch den Verdacht, in den er geraten ist, wird Mark so etwas wie der Staatsfeind Nr. 1. Und die Autorin lässt ihre Leser bis in kleine Details daran teilhaben, wie die USA Menschen behandeln, die scheinbar als Gefahr für das amerikanische Volk identifiziert wurden. Szenen spielen sich ab, von seelischen und körperlichen Folterungen, intensiven Befragungen, schlechter Unterbringung und einem unstrukturierten Tagesablauf. Das alles ist schon beim Lesen schwer zu ertragen und ich zog tatsächlich in Erwägung, die Lektüre abzubrechen. Erst in der zweiten Hälfte des Buches erschließt sich, welchen Weg die Autorin für Mark Taylor vorgesehen hat. Dennoch bleibt der Beginn des Romans am Rande des Erträglichen. Und die Auseinandersetzung damit, was eine solche Behandlung mit einem Menschen anstellen kann, ist auch nicht einfach. Ich hatte an dem Geschehen zu knacken.


Ein spannender Thriller zwar, dessen Lektüre allerdings besonders zu Beginn eine Qual werden kann. 

3 Sterne

No good deed: Book One in the Mark Taylor Series von M. P. McDonald
ISBN: 978-1-47512107-0


Kommentare:

  1. Hallo Walli,

    also, die Grundidee klingt ja gar nicht schlecht. Mystery-Geschichte mag ich ohnehin recht gern. Aber wenn's zu Beginn etwas mühsam ist?

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole, vielen Dank für deinen Kommentar. Der Beginn ist schon spannend, doch da Mark in Verdacht gerät, ermittelt sein eigener Staat gegen ihn. Dass die USA manchmal nicht zimperlich mit den Leuten umgehen, ist ja bekannt. Und so ist es etwas schwer zu ertragen, was der Staat ihm antut, zumal man als Leser von Marks Unschuld überzeugt ist.
      Liebe Grüße
      Walli
      :-)

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