Montag, 14. September 2015

Das Hiller Moor

In einer Berliner Bahn wird eine junge Frau, die einem Afrikaner zur Hilfe eilt, von geistig verirrten großmannssüchtigen Jugendlichen brutal zusammengeschlagen. Die herbeigerufenen Polizisten erkennen entsetzt, dass es sich um die Frau ihres Ex-Kollegen Alexander Rosenbaum handelt. Dieser weiß zunächst nicht, wie er mit der schrecklichen Nachricht umgehen soll, schließlich hatten er und Olga sich schon vor längerer Zeit getrennt. Zur selben Zeit wird im Hiller Moor eine männliche Leiche gefunden. Ein Unfall kann es nicht gewesen sein, da an dem Toten Kampfspuren festzustellen sind. Sofort beginnen Kommissar Rosenbaum und seine Kollegen mit den Befragungen.

Die vermeintlich beschauliche Provinz hat es mal wieder in sich. Ein toter Geschäftsmann, für dessen Ermordung zunächst kein Motiv zu finden ist. Ein Kommissar, dessen Privatleben durch die tragischen Ereignisse aus der Bahn gerät. Ein lieb gewonnener Kollege, der der Pension entgegenblickt. Ein Freund, der an seiner Arbeit erkrankt ist. Ein Fall, der sich im Verlauf der Ermittlungen in eine ganz andere Richtung entwickelt als zu vermuten gewesen wäre. Es ist viel los in dem kleinen Städtchen am Wasserstraßenkreuz. 


Wie bereits in den vorherigen Bänden bietet die Autorin eine vergnügliche Mischung aus Regionalkrimi und detailreich erzählten Beschreibungen von Land und Leuten. Für Ortsfremde gibt es Unbekanntes zu erfahren, Ortskundige finden ihr Wissen schmunzelnd bestätigt oder können es sogar vertiefen. Kommissar Rosenbaum allerdings bekommt durch die Umstände des tragischen Geschehens in Berlin einiges aufgebürdet. Er müht sich darum, sich bei seiner Arbeit nicht ablenken zu lassen. Doch verständlicherweise will ihm das nicht so ganz gelingen. Allerdings gerät hier der Fall umrahmt von einigen Nebenhandlungen, die teilweise nur kurz angerissen werden, etwas ins Hintertreffen. Obwohl beim Lesen durchaus anheimelnde Gefühle auslösend, sind einige Entwicklungen nicht völlig nachvollziehbar. Eine kleine Rolle mag dabei spielen, dass der Leser nicht genau erfährt, über welchen Zeitraum sich die Handlung erstreckt. Davon ausgehend, dass im Buch gesagt wird, der Täter sei relativ schnell gefunden worden, sind hier Ereignisse, die sich durchaus über Monate oder ein Jahr erstrecken können, in eine wesentlich kürzere Zeitspanne gepackt worden, wodurch die Handlungen der Charaktere zum Teil ein wenig sprunghaft erscheinen. Dennoch ein schöner Regionalkrimi mit sympathischen Protagonisten.

3,5 Sterne

Tödliche Begegnung im Moor von Andrea Gerecke
ISBN: 978-3-8271-9428-2


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