Freitag, 20. November 2015

In Vino Veritas

Seit fast zwei Jahren ist Bennie Griessel ein trockener Alkoholiker, doch kurz vor Weihnachten wird er zu einer Ermittlung gerufen, die ihn aufs Äußerste erschüttert. Ein Kollege hat sich erschossen und seine Familie mit in den Tod gerissen. Griessel befürchtet nun, er wandele auf genau dem gleichen Pfad und nur der Alkohol könne ihm helfen. Dann wird auch noch sein Kollege und Freund Vaughn Cupido zum Leiter der Mordermittlung ernannt. Durch Zufall wird der Firmeninhaber Ernst Richter tot aufgefunden. Seine Leiche wurde während eines Sturms an einem Strand freigelegt. Weshalb sollte der erfolgreiche Unternehmer, den anscheinend alle mochten, umgebracht werden. 

Bennie Griessel kämpft zunächst einmal nicht gegen die Sucht, dennoch bleibt er einer der besten Ermittler der Valke. Sein Freund und Partner Cupido deckt seine Entgleisung, macht ihm jedoch klar, was er von seinem Rückfall hält. Griessel scheint dabei zu sein, endgültig abzustürzen. Doch wie erwähnt, er ist einer der besten Ermittler. Cupido, der sich scheinbar immer hinter Bennie her entwickelt, wird nun erwachsen. Das Vertrauen, das die neue Chefin in ihn setzt, beflügelt ihn und er stürzt sich mit Eifer in die Ermittlung. Die Fassade um Richters Leben bricht schnell auseinander.


Auch wenn man als Leser vielleicht nicht so begeistert ist von Bennie Griessels Beschäftigung mit dem Alkohol, vor dem man ihn sicher wünschte, hat man es hier mit einer Geschichte zu tun, mit der der Autor zu begeistern vermag. Geschickt eingestreut in die Ermittlungen der Valke sind die Gespräche des Winzers du Troit mit seiner Anwältin. Die Frage, was das wohl mit der Handlung zu tun haben könnte, macht das Lesen zu einem packenden hin und her. Die akribischen Ermittlungen, die immer neue Entdeckungen über den ach so feinen Richter zu Tage fördern, regen dazu an, mitzuraten. Eine Rätselaufgabe, an der der Leser mit großem Vergnügen scheitert, da der Autor mehrere Geschichten verknüpft und mit der speziellen Situation Südafrikas verbindet. Am Ende wurde der Leser bestens unterhalten und hat auch noch etwas gelernt. 

4,5 Sterne

Icarus von Deon Meyer
ISBN: 978-3-352-00671-5


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