Mittwoch, 9. Dezember 2015

Windparkmord

Im idyllischen Westfalen leben die Schwestern Steif und Kantig, beide über sechzig Jahre alt, beide verwitwet, aber beide steif und kantig. In ihrem neuen Abenteuer beginnt alles mit einer Versammlung, während der über den Bau eines Windparks diskutiert werden soll. Natürlich sind sich die Bewohner des Dorfes nicht einig. Es spricht schon einiges für den Bau und doch sind viele dagegen. Als kurze Zeit später ein Journalist, der über den geplanten Bau kritisch berichtet hat, offensichtlich von einen Strommast gestürzt ist und stirbt, vermutet man, sein Tod sei ein Unfall. Eigentlich kommt dies Isabella Steif und Charlotte Kantig gleich eigenartig vor.

Vor dem Hintergrund des Dorflebens, das manchmal doch nicht so idyllisch ist, stecken die beiden Schwestern ihre Nasen in Dinge, die sie eigentlich nichts angehen. Gut so, denn mit ihren Spürnasen immer am Boden, finden sie tatsächlich hin und wieder eine Spur, die der Polizei entgeht. Manchmal weil sie einfach glauben, was die anderen als völlig aus der Luft gegriffen abwiegeln. Und so sind die beiden quicken Damen des öfteren auch mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort und können schließlich das Puzzle zusammensetzen. 


Ein Sommerkrimi wie man ihn sich wünscht. Die Sonne gleißt über den Feldern Westfalens, ein Badesee lädt zum Schwimmen ein und die Umgebung bietet sich für eine Radtour an. In diesen hellen Tagen kommt zunächst ein Journalist zu Tode und weckt mit der Neugier der Schwestern auch die Neugier des Lesers. Vielleicht wird der Zufall, der gerade den Schwestern die Informationen in die Hände spielt, ein wenig arg strapaziert, aber dennoch ist dieser Roman sehr kurzweilig. Das Thema des Baus von Windparks ist in einen Kriminalfall gekleidet, dessen Wurzeln wirklich tief gründen. Mit vielen Ermittlern können die sympathischen Schwestern locker mithalten.

3,5 Sterne

Landluft und Leichenduft von Gisela Garnschröder
ISBN: 978-3-95819-055-9


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