Mittwoch, 9. März 2016

Der Holzhammer trifft

Die Funktionäre des Ortes  begeben sich auf eine Bergwanderung. Der DSV erwägt, seine Aktivitäten vom Götschen an den Jenner zu verlegen und im Rahmen der Tour sollen die entstandenen Konflikte zur Zufriedenheit aller gelöst werden. Dumm nur, dass nicht alle Teilnehmer das Endes des Weges lebend erreichen. Hauptwachtmeister Holzhammer soll den Vorgang untersuchen und schnell fallen ihm ein paar Ungereimtheiten auf, die an ein Verbrechen denken lassen.

Beim Vortrag der Regionalkrimis aus bestimmten Gefilden ist man häufig versucht, sich der Herkunft des Vorlesers zu versichern, nur um mitunter überrascht zu werden. Michael Schwarzmaier jedenfalls versieht die Figuren mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit, wodurch die Lesung einen zusätzlichen Reiz erhält. Da knarzen und granteln die Akteure, so dass Hörer mit einem eher nördlichen Hintergrund vielleicht etwas Mühe haben könnten, sich aber bei der urigen Intonation bestens unterhalten fühlen.

Und so gräbt sich Holzhammer in diesen Fall. Er überblickt die Sache besser als sein Chef, der so nicht von seinem Abstellgleis herunterkommen wird. Als Einheimischer hat Franz einfach bessere Beziehungen, da fragt er einfach die Marie, ob nicht nicht einmal herumhorchen könnte, was der Dorfklatsch so hergibt. Und entgegen der kugelrunden Gemütsruhe, die er ausstrahlt, vermag Franz Holzhammer sein Gehirn durchaus zu benutzen.

Von diesem Alpen-Krimi lässt man sich gerne nach Bayern entführen und unterhält sich bestens, wenn man dem Holzhammer Franz beim Ermitteln über die Schulter schaut.


3,5 Sterne

Teufelshorn von Fredrika Gers
ISBN: 978-3-868-04328-0


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