Samstag, 19. März 2016

Leipzig - ich komme!

So hieß es gestern als ich mich um 6:49 in den Zug gesetzt habe. Mit nur leichter Verzögerung bin ich am Vormittag beim Messegelände angekommen. Es war erst das zweite Mal, dass ich mich auf den Weg gemacht habe, in diese schöne Stadt, von der ich noch nichts gesehen habe. Der Plan ist, das bei einer der nächsten Gelegenheiten (Buchmessen) zu ändern. In diesem Jahr jedoch hatte ich mich spontan entschlossen, die Buchmesse zu besuchen. Geplant hatte ich deshalb im Vorfeld auch nichts. Ich wollte den Messetrubel einfach auf mich wirken lassen. Und schon am Eingang fühlte ich dieses spezielle Messeflair. Ich traf eine liebe Bloggerkollegin Elena (Elenas Zeilenzauber).
Bisher hatten wir uns noch nicht persönlich getroffen und gerade deshalb und weil es so unerwartet war, war es ein ganz tolles wenn auch kurzes Erlebnis. Bestimmt gibt es eine Gelegenheit, sich mal ausführlicher zu unterhalten. Danach ließ ich mich etwas durch die Gänge treiben. Das war zumindest am Freitag in Leipzig wesentlich entspannter als am Samstag in Frankfurt. Neugierig wie ich bin hatte ich mich vor der Messe wenigstens darüber informiert, welchem Autor der Buchpreis der Leipziger Buchmesse verliehen wurde.
Und wie es der Zufall wollte, nahm sich der Autor Guntram Vesper am Stand des Schöffling & Co Verlages eine wohlverdiente Pause.
Ich konnte die Gelegenheit wahrnehmen, mal in das preisgekrönte Werk hineinzublättern, das die Leser mit über tausend Seiten und nur wenigen Absätzen sicherlich fordern wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Lektüre großes Vergnügen bereitet, wenn man sich auf solch einen Brocken einlassen kann und Interesse an autobiografischen Erzählungen hat. Ich denke, der Autor hat seinem Geburtsort ein schönes Denkmal gesetzt. Positiv finde ich auch, dass die Preisjury sich die Nominierten genau angeschaut hat und sich bei der Vergabe nach dem Werk gerichtet hat und nicht nach dem Verlag, der dahinter steht.
Auf meinen Wanderungen flanierte ich als nächstes zu einer Bühne, auf der Tillmann Rammstedt interviewt wurde.
Er stellte sein Romanprojekt "Morgen mehr" vor. "Der Kaiser von China" - ein älterer Roman des Autors hat mir gut gefallen und so blieb ich hängen, um mehr über das neue Projekt zu erfahren. Eigentlich ist das neue ein altes Schema (auch Dickens hat seine Romane nach und nach in Fortsetzungen veröffentlicht). Neu ist schon, dass es täglich ein neues Kapitel gibt. Bis gegen Abend sollte es geschrieben sein, damit der Lektor noch ein wenig Zeit zum Lektorieren hat. Und ein klein wenig vom Inhalt gab es zu erfahren, was sehr vielversprechend klang. In gedruckter Form so der Roman natürlich auch erscheinen, im Frühjahr soll es soweit sein. Sicher lohnend, sich das im Hinterkopf zu behalten.
Nach einem kleinen Mittagspäuschen ging es dann aus den Hallen hinaus in die große Glashalle, über die man froh sein konnte, denn so schön wie am Donnerstag war das Wetter nicht. Hier richten verschiedene TV-Sender ihre Veranstaltungen aus und fürs leibliche Wohl ist auch gesorgt. Auf dem blauen Sofa des ZDF hatte gerade der amerikanische Autor Don Winslow platzgenommen. Von diesem habe ich zuletzt "Das Kartell" gelesen, auf ihre Art auch eine fordernde Lektüre, hart und direkt.
Vorgestellt wurde natürlich der neue Roman von Don Winslow "Germany". Wenn man erlebt mit welcher Freude und Lebhaftigkeit dieser Autor über seine Bücher und sein Leben plaudert, kann man es fast bedauern, dass das Buch von den Feuilletons bisher nicht so gut angekommen wird. Vielleicht tröstet es, das Kundenmeinungen nicht so extrem kritisch sind. Auf jeden Fall war es ein Highlight, den Autor beim Beantworten der Fragen erleben zu können. Wobei auch die simultane Übersetzung seiner Worte sehr gelungen war, die Übersetzerin hat die Intonation Winslows übernommen und so die Quirligkeit des Autors ausgesprochen gut rübergebracht. Gerade diese Lebhaftigkeit hat es mir als Fotographie-Laien schwer gemacht ein wenigstens halbwegs scharfes Foto zu bekommen.
So langsam neigte sich mein Messetag nun schon dem Ende entgegen. Dennoch hatte ich noch eine sehr nette Begegnung am Stand des Haymon-Verlags aus Österreich. Dort erscheinen zum großen Teil ausgesprochen lesbare und spannendes Krimis, was ich schon bei etlichen Büchern feststellen konnte. Ein kleiner Verlag, der durchaus viel größere Beachtung verdient hätte.
Im festen Entschluss nicht allzu viele Goodies mitzunehmen bin ich zu Beginn des Tages gestartet, es wiegt schließlich alles was. Und bis auf ein paar Kleinigkeiten habe ich mich auch an meinen Vorsatz gehalten. Schließlich ging es dann mit der Straßenbahn der Ölsardinen zurück zum Bahnhof und im Zug hatte ich ein wenig Muße, diesen ereignisreichen Tag noch einmal Revue passieren zu lassen. Mit über 11 km (wieso dachte ich, dass in Leipzig alles näher beieinander ist) und rechtschaffen müde war ich am späten Abend wieder daheim und in mir reift die Überlegung, dass der Messebesuch bei nächsten Mal vielleicht doch auf zwei Tage ausgedehnt werden kann.

Kommentare:

  1. Liebe Walli,
    Da hattest du aber schöne Erlebnisse und viele Eindrücke, die du jetzt erst mal verarbeiten musst!
    Ich wünsche dir einen ruhigen Sonntag zum Ausruhen und vielleicht auch für ein gutes Buch!
    LG Barbara

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    1. Danke Barbara, ja es waren viele interessante Eindrücke und ich habe heute einen Sofa-Tag eingelegt. Ich habe doch tatsächlich eine Blase am Fuß. Und ein gutes Buch hatte ich auch vor der Nase. Liebe Grüße walli :-)

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  2. Hallo liebe Walli,

    bei mir war es gestern soweit und ein ereignisreicher Tag ist auch bei mir zu Ende gegangen. Es war wirklich wunderbar und ich werde auch noch einen ausführlichen Bericht schreiben und diverse Fotos hochladen. Goodies habe ich auch en masse gesammelt und kann sicher das ein oder andere verlosen. Ich freue mich schon darauf.

    Wie schön, dass du einen wundervollen Tag hattest und ebenfalls Elena getroffen hast. Sie war ebenfalls eine meiner ersten Begegnungen. *g* Leider haben wir kein Foto zusammen gemacht.

    Viel Spaß mit deinen Errungenschaften und liebe Grüße
    Steffi

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    1. Hi Steffi, schade, dass wir uns nicht treffen konnten. Die Messe-Erlebnisse sind immer etwas besonderes. Ich bin schon gespannt auf deinen Bericht.
      Auf mein Buch freue ich mich schon.
      Viele liebe Grüße
      Walli :-)

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  4. Ja, Buchmesse, das war toll. Ich war gleich drei Tage da und die vergingen wie im Fluge. Hsbe ich auch geschrieben. In Fortsetzungen.

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    1. Stimmt, du Buchmessen haben was. Ich hatte auf Facebook gesehen, dass du geschrieben hast. Auf eurer Seite werde ich auch nochmal schauen.
      Liebe Grüße walli

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