Samstag, 16. April 2016

Der 21-Mörder

Nach achtzehn Monaten erwacht der ehemalige Kommissar Konrad Fürst endlich aus dem Koma. Charlotta Fiore, die vielleicht seine Tochter ist, hat ihn jeden Tag besucht. Sie ist überglücklich. Doch zunächst erkennt Konrad sie überhaupt nicht und alles ist anders als gehofft. Zur gleichen Zeit verschwindet ein junges Mädchen, das kurz darauf ermordet aufgefunden wird. Die Tatumstände erinnern sehr an eine Mordserie, die vor dreißig Jahren stattgefunden hat. Damals war Konrad der leitende Ermittler. Sein damaliger Kollege Krump möchte ihn am Liebsten zu den Ermittlungen hinzuziehen. Doch wie soll das gehen, wo Konrad sich kaum an etwas erinnert. Erstmal nimmt Charlotta Konrad zu sich in die Wohnung, die früher Konrads war.

Morde an Kindern und Jugendlichen erscheinen immer ganz besonders perfide und schlimm. Man wünscht sich, sie würde erst nicht geschehen. Natürlich ermittelt die Wiener Polizei fieberhaft. Krump allerdings zeichnet sich eher durch schnelles und vor allem voreiliges Vorpreschen aus. Und auch Hannes kann nicht so engagiert agieren, wie man vielleicht von ihm erwarten würde, schließlich hat Charlotta gerade seinen Heiratsantrag abgelehnt. Charlotta beginnt deshalb selbst Nachforschungen anzustellen. Wie so oft hilft dabei der berühmte Name ihrer verstorbenen Mutter, durch den sich viele Türen öffnen. Das Weiterkommen gestaltet sich jedoch schwierig und bald gibt es den nächsten Todesfall.

Auch in diesem zweiten Band um Charlotta Fiore steht der jungen Frau ihre Vergangenheit und ihr mangelndes Selbstwertgefühl im Weg. Ihr Privatleben gerät dadurch sehr aus den Fugen. Auch die Übernahme von Konrads Betreuung macht die Sache nicht leichter. Der neue Fall ist da beinahe eine willkommene Ablenkung. Erst als der Eindruck entsteht, es könnte Konrad etwas besser gehen, treten die Ermittlungen mehr in den Vordergrund. Man bekommt eine Ahnung wie eine Zusammenarbeit zwischen Konrad und Charlotta aussehen könnte. Vielleicht erscheint die Konzentration aufs Private bei diesem Kriminalroman zunächst sehr betont, doch wenn im weiteren Verlauf die Hintergründe klarer werden, rückt doch alles an seinen Platz. Die Klärung des komplexen Falles gestaltet sich unkonventionell und spannend. Je weiter die Handlung voran schreitet, desto mehr wird man von den Ereignissen in den Bann gezogen. Von Charlotta Fiore und ihren Lieblingsmenschen möchte man gerne mehr erfahren.


4 Sterne

Mörderische Wahrheiten von Theresa Prammer
ISBN: 978-3-471-35137-6


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