Donnerstag, 30. Juni 2016

Hinfort

Chefinspektor Anton Hagen kehrt heim nach Vorarlberg. Sein Vater ist an Demenz erkrankt und sein Bruder ist der Mutter keine echte Hilfe. Gleich bei Hagens Ankunft gibt es Arbeit. Ein Schriftsteller wird ermordet aufgefunden und neben ihm ein Manuskript, in dem Teile der Tat beschrieben werden. Dieser Entwurf scheint allerdings nicht vollständig zu sein. Wohin ist der Rest des Werkes verschwunden. Erste Ermittlungen ergeben, dass die Töchter des Opfers zumindest keine große Trauer empfinden. Ihr Alibi scheint aber sicher. Für Chefinspektor Hagen beginnt zunächst die mühsame Kleinarbeit, die sich auch Ermittlungen nennt.

So hat sich Anton genannt Tone Hagen seine Heimkehr nicht vorgestellt. Sein Vater hat sich stark verändert, sein Bruder dagegen gar nicht. Und ein grausam ermordeter alter Griesgram, der bei seiner Verwandtschaft alles andere als beliebt war. Und die Erinnerungen, die den Chefinspektor an seiner alten Heimat überkommen. Jeder Stein, jeder Weg, jedes Haus - vieles ruft längst vergessen Geglaubtes zurück. Hätte er seine Jugendliebe wirklich verlassen sollen. War es richtig, zu gehen. Und ein Fall, in dem es nicht so recht vorangeht. Doch auch kleine Lichtblicke gibt es. So zum Beispiel wird Hagen nach und nach von seinen Kollegen als neuer Chef anerkannt.


Auch wenn sich der Autor manchmal etwas sehr in den Erinnerungen Hagens verliert und in dessen neuen Eindrücken von der alten Heimat, so ist dieser Krimi in seiner ruhigen Art sehr lesenswert. Die Stimmungen zwischen ihm, den Mitgliedern seiner Familie und seinen neuen Kollegen sind lebendig geschildert. Möglicherweise setzt ihm das Schicksal doch recht arg zu. Und die Lösung des Falles wirkt zwar sehr überraschend, aber gerade deshalb auch ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Dennoch scheint Anton Hagen ein gewitzter Ermittler mit viel Einfühlungsvermögen.

3 Sterne

Heimkehr von Franz Kabelka
ISBN: 978-3-7099-7533-6


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