Sonntag, 21. August 2016

Und so was nennt sich Urlaub

Fast genau vor einem Jahr starb Simona Wiesner an einen angeborenen Herzfehler. Ihre Mutter kann Simonas Tod nicht verwinden, doch in letzter Zeit benimmt sie sich noch seltsamer. Eine Freundin will sie aus ihrer Trauer reißen, muss jedoch entsetzt einen übel zugerichteten Leichnam finden. Deshalb wird es nichts mit dem Urlaub von Nils Trojan. Zusammen mit seinen Kollegen tappt er zunächst im Dunkeln. Frau Wiesner hatte sich sehr zurückgezogen. Es gibt nur wenige Ansatzpunkte. Nur wenig später verschwindet Simonas ehemalige Geschäftspartnerin. Kurz darauf wird in einer verlassenen Turnhalle eine weitere Leiche gefunden.

Welch unheimliche Ereignisse brauen sich da im Zuständigkeitsbereich von Nils Trojan zusammen. Der Leser ist dem Kommissar ein wenig voraus, da er daran teilhaben kann und muss, was mit den Opfern geschieht. Allerdings bleibt er durch die geschickten Auslassungen des Autors genauso ratlos wie Trojan selbst. Dieser konzentriert sich notgedrungen voll auf die Ermittlungen. Seine Sehnsucht nach seiner Freundin Jana, die sich eine Auszeit ausbedungen hat, bleibt ungestillt. Auch Trojans Tochter Emily hat sich zurückgezogen. Doch was für ein grausamer Täter hat die Opfer mit solcher Aggressivität zugerichtet, dass es die Vorstellungskraft übertrifft. Was treibt einen solchen Menschen an.

Die Antwort ist relativ einfach und damit auch ziemlich genial. Die Phantasie malt sich die schlimmsten Dinge aus, doch ist es ohne das Wissen um die Wahrheit unmöglich Ursache und Wirkung auseinander zu halten. Und so spekuliert man wild und lässt beinahe jeden in Verdacht geraten. Wer steckt mit drin, wer hat was gewusst. Kaum ausgepackt, will man den Geruch der Druckfrische dieses Thrillers einatmen. Und ebenso inhaliert man das Geschehen, das einen von der ersten bis zur letzten Seite nicht loslässt. Man tritt Berliner Pflaster, man fühlt mit denen, die den Verlust geliebter Menschen verschmerzen mussten. Man vergisst das Ausatmen vor lauter Anspannung. 


Ein sehr gelungener Thriller, der geschickt mit der Vorstellungskraft des Lesers spielt.

4,5 Sterne

Der Traummacher von Max Bentow
ISBN: 978-3-442-20510-3



Kommentare:

  1. Hallo Walli,

    den Traummacher starte ich als nächstes Buch. Deine Rezi lese ich dann erst später, aber 4,5 Sterne klingen schon mal gut!
    Beim nächsten Treffen kann ich nicht dabei sein, ich habe einen Chorauftritt.
    Dir noch einen schönen Sonntag,
    liebe Grüße Barbara!

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    1. Hi Barbara, ich bin gespannt auf deine Meinung. Ich schaffe es vielleicht zum Treffen, denn ein anderer Termin fällt aus und einen habe ich auf Freitag verlegen können.
      Liebe Grüße
      Walli :-)

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  2. Die Rezension zeigt ja, dass sich das Dranbleiben an der Reihe lohnt. Die ersten drei Bände habe ich nicht ungerne gelesen, aber es gab immer einige Punkte, die mich daran störten. Mal sehen, wann es für mich damit weitergeht... ^^

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Die Geschmäcker sind natürlich unterschiedlich, aber wenn man einen schnellen und packenden Thriller lesen möchte, könnte dieses Buch gerade richtig sein.
      LG walli :-)

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