Donnerstag, 22. September 2016

Freaky Friday

Eines Tages wird eine männliche Wasserleiche aus der Themse gezogen, die ein Krankenhausarmband mit dem Namen F. Klein trägt. Schnell ist klar, dass das nicht der Name des Toten sein kann. Als Inhaberin des Armbandes wird Dr. Frieda Klein ermittelt, die früher als Beraterin für die Polizei gearbeitet hat und nun hauptsächlich als Therapeutin tätig ist. Und wieder steht Frieda Klein als Mittelpunkt in einer Mordermittlung. Nichte gerade bereitwillig beantwortet sie die Fragen der Polizeibeamten und so dauert es nicht lange bis sie selbst in Verdacht gerät. Sich in einer aussichtslosen Position wähnend, geht Dr. Frieda Klein mal wieder eigene Wege.

Nicht das erste Mal wird Frieda in eigener Sache tätig, aber so kurz vor einer Gefängnisstrafe stand sie wohl noch nie. Doch wie soll sie etwas beweisen, was sie nicht getan hat. Ihr bleibt nur der Versuch, die Hintergründe der Tat selbst aufzuklären. Nach der Identifizierung des Toten folgt sie seinen letzten Wegen, um Hinweise aufzutun. Zunächst nicht sonderlich erfolgreich, der Tote scheint viele lockere Bekanntschaften gehabt zu haben, so dass sich zwar ein vielschichtiges Bild ergibt, welches allerdings erheblich von dem abweicht, das Frieda von ihm hatte.

Puh, welch ein fieser Fall. Kaum je war Dr. Frieda Klein so persönlich betroffen. Und nun muss sie auch noch selbst ihre Unschuld beweisen, da die Polizei allem Anschein nach voreingenommen ist. Frieda Klein hat nicht viele Hemmungen, Leuten auf die Füße zu treten, wenn sie es für notwendig hält. Schließlich hat sie das ihre Stelle gekostet und ihr Feinde im System eingebracht. Doch genauso wie sich ihre Eigenschaften gegen sie wenden, nehmen sie auch Menschen für sie ein. Ihre Freunde gehen für sie durch dick und dünn, trotz Friedas eigentümlicher Art wissen die, die ihr nahe sind, was sie an ihr haben.

Umgeben von Freunden und Feinden und wegen der Umstände quasi im Untergrund spielt sich dieser Fall ab. Als Leser sieht man Frieda über Londons Straßen wandeln, immer in Gefahr entdeckt zu werden und doch nicht locker lassend. Man empfindet ihre Entschlossenheit, die Düsterkeit der Tat. Man fürchtet ihre Entdeckung ebenso wie ihre Entdeckungen. Und so wird man immer mehr in das Geschehen hineingezogen. Man betrauert die lichte Vergangenheit, die sich in die harte und dunkle Realität der Gegenwart verändert hat. Hätte der Verlauf verhindert werden können, Frieda Klein wünschte es. 


4,5 Sterne

Friday on my Mind von Nicci French
ISBN: 978-0-718-17963-2


und hier die deutschsprachige Leseprobe




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