Samstag, 5. November 2016

Spielerei

Während der Verabschiedung eines Kollegin wird die junge Streifenpolizistin Laure von ihrem Partner Jaques sie zu einem Informanten zu begleiten. Kurze Zeit später macht sich ihre Freundin Aimée Leduc auf die Suche nach Laure. Aimée findet ihre Freundin verletzt auf einem Baugerüst, ihr Kollege wurde angeschossen und es gelingt Aimée nicht, ihn zu retten. Laure steht unter Verdacht, ihren Partner ermordet zu haben. Wegen ihrer schweren Kopfverletzungen kann sich Laure nicht zu dem Geschehen äußern. Ihr gelingt es lediglich, Aimée um Hilfe zu bitten. Die Privatdetektivin für Computersicherheit Aimée Leduc ist auch in Mordfällen in ihrem Element, besonders wenn es darum geht, ihrer Freundin zu helfen.

Die Autorin Cara Black lebt in San Francisco, ihre Lieblingsstadt ist allerdings die französische Hauptstadt. Und dorthin reist sie so oft wie möglich und immer in ihren Büchern um die Privatdetektivin Aimée Leduc. Auf Englisch hat Aimée bereits ungefähr fünfzehn Fälle gelöst, während auf Deutsch erst dieser dritte Band erschienen ist, bei dem es sich nicht um den dritten Teil der Reihe handelt. Sollte man die Reihe also ab Beginn kennenlernen wollen, müsste man auf die englischen Originale ausweichen, die wie es scheint nicht so leicht zu bekommen sind. Glücklicherweise stört die Unkenntnis der Vorgängerbände nicht bei der Lektüre des aktuellen Bandes. Aimée gerät hier eher durch Zufall und ihre Freundschaft zu Laure in diesen Fall eines Polizistenmordes. Mit Bravour überschreitet sie ihre Kompetenzen, einfach weil sie weiß, dass Laure nie einen Partner umbringen würde, der ihr jetzt am Beginn ihrer Laufbahn geholfen hat.

Im Jahr 2003 erstmalig veröffentlicht und im Jahr 1995 angesiedelt entführt einen der Roman in ein Paris, das gleichzeitig nah und fern scheint. Wieder liest man von Terror, jedoch in ganz anderem Zusammenhang als heutzutage. Und diese zeitliche Nähe und Ferne macht den Reiz dieses Buches aus. Es ist noch nicht so lange her und doch scheint es schon eine längst vergangene Zeit zu sein, die aufersteht. Probleme, die damals das Tagesgeschehen beschäftigten, erscheinen in der heutigen Lage der Welt eher niedlich. Hinzu kommen einige Termini, an die man sich selbst erinnert und die ein Gefühl des Wiedererkennens und ein sich heimisch fühlen auslösen. Der eigentliche Mordfall entwickelt  dabei eine besondere und packende Dimension, die einen ins Paris der 1990er eintauchen lässt.


Eine Reihe, die es durchaus verdiente, auch auf Deutsch vollständig veröffentlicht zu werden.

4 Sterne

Mord am Montmartre von Cara Black
ISBN: 978-3-85179-264-5


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