Sonntag, 26. März 2017

Hallo Leipzig 2017

Am Freitag, den 24.03.2017, ging es bei strahlendem Sonnenschein erst zum Zug und damit zur Leipziger Buchmesse. Dank des Sonderhaltes am Messe-Bahnhofs konnte ich mir die Straßenbahn der Ölsardinen sparen und kam sehr entspannt am Messegelände an. Man lernt ja jedesmal dazu und so bin ich diesmal auch gleich zum Presseeingang gegangen. Das ist immer wieder ein tolles Gefühl, wenn man als Blogger zur schreibenden Zunft gezählt wird. Bereits ein paar Tage vor dem Start hatte ich mir die Buchmesse-App vorgenommen und mir markiert, welche Verlagsstände ich gerne besuchen möchte und welche Veranstaltungen mich interessieren (Lob für die Macher der App, die ist sehr informativ). Zusätzlich hatte ich mir noch ein paar andere Termine gesetzt.


Zunächst ging es für mich zu den Aufbau-Verlagen, dort gab es ein paar tolle Bücher zu erfühlen und mit Blicken zu umschmeicheln. Ich freue mich schon sehr auf „Cyrus Doyle und der herzlose Tod“ von Jan Lucas, Start einer neuen Reihe, die auf Guernsey spielt. Die Kanalinseln möchte ich sehr gerne einmal bereisen, selbst wenn es nur literarisch ist. Eine kurze und sehr freundliche Begegnung hatte ich mit Frau Seiler, die beim Aufbau-Verlag unter anderem die Blogger betreut und diese Aufgabe immer mit ein paar persönlichen Worten ausgesprochen sympathisch erledigt. Gerne möchte ich auch „Sweetbitter“ von Stephanie Danler empfehlen, da machen schon die ersten Kapitel Appetit auf mehr.

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit „Billy the Beast“ von Jörg Menke-Peitzmeyer lesen zu dürfen.   Ein guter Anlass, sich auch die Lesung des Autors anzuhören. Bei dem Debütroman handelt es sich um einen Coming-of-Age Roman. Der wohlbeleibte Bert fühlt sich in seiner Haut nicht wohl und ist wohl nicht nur wegen seines Gewichts ein Außenseiter. Doch er sieht seine Lage mit Ironie und Humor und das hat der Autor bei seiner Lesung bestens zum Ausdruck gebracht. 





Weiter ging es für mich zu den Ständen bekannter und auch nicht ganz so bekannter Verlage, die ich neugierig beäugt habe. Es gibt einfach zu viele schöne Neuerscheinungen, die Augen möchten einem übergehen. Ich wünschte mir, die Tage hätten 48 Stunden mindestens und selbst das würde noch nicht reichen, um all den tollen Büchern gerecht zu werden. 

Sehr neugierig war ich auf eine Veranstaltung mit dem Titel „Der nasse Fisch“. Das kennst du doch, dachte ich. Und tatsächlich der erste Krimi um Kommissar Gereon Rath von Volker Kutscher wurde von dem Zeichner Arne Jysch in Comic-Bilder gekleidet. Autor und Zeichner gaben ein gemeinsames Interview. Mit großem Interesse lauschte ich, wie der Zeichner letztlich das ganze Buch auseinander genommen hat, um es als Comic wieder zusammen zu fügen. Wie gut sich Kutscher und Jysch verstanden und welche Hilfestellung der Autor leisten konnte. Auf die Frage zum Beispiel, ob der Comic nicht auch hätte in Farbe gedruckt werden können, kam zum einen die ehrliche Antwort, dass das eine Kostenfrage sei und anderen aber auch die ebenso ehrliche Antwort, dass es zwar durchaus schon etliche Photographien aus der Zeit gäbe, die aber sehr häufig in schwarz weiß seien. Das Buch scheint ausgesprochen gut in Bilder umgesetzt zu sein. Die ausgesprochen gute Krimi-Reihe um Gereon Rath verdient jede Aufmerksamkeit und eine Graphic Novel kann da genau das Richtige sein.


Nach der Mittagspause hatte ich mich noch mit der Autorin Ellen Dunne verabredet, die ich bisher nur aus dem großen weiten Netz und natürlich von ihren Büchern kannte. Besonders ihr erstes Buch „Wie du mir“, das in Nordirland spielt hat es mir angetan. Mitreißend und intelligent geschrieben erhält man einen Einblick in den Nord-Irland Konflikt. Fast tat es mir ein wenig leid, dass das zweite Buch für mich nur zweiter Sieger war. Interessant war dann Ellens Erfahrung teilen zu dürfen, dass es eben welche gab, die das erste Buch liebten und andere, denen das zweite am besten gefiel. Und nun bin ich sehr gespannt auf das kommende dritte Buch, bei dem es es sich um einen Krimi handeln wird. Ein Krimi - wie für mich gemacht. „Harte Landung“ wird er heißen um im August 2017 beim Insel Verlag erscheinen. Ein wunderbares Treffen, an das ich mich gerne erinnern werde, und eine Bekanntschaft, die sich hoffentlich über das Netz erhalten lässt. Während unseres Gesprächs stakste auch Jussi Adler-Olsen durch die Gegend, der wohl eine sehr anstrenge Signier-Runde und Foto-Session zu überstehen hatte.

Und noch einmal ging es weiter zu dem Lovelybooks Frage Freitag, bei dem der Autor Su Turhan zu Gast war. Er schreibt eine Krimi-Reihe um den Kommissar Zeki Demirbilek, einen Münchner Türken, der gar kein Chef sein möchte. Gerade an den letzten beiden Donnerstagen liefen die ersten Verfilmungen im TV, von denen ich zumindest die Gelegenheit hatte, den ersten Teil zu sehen, der mir sehr gut gefallen hat. Sympathisch und lebhaft gab der Autor zu den vielfältigen Fragen ausführlich und humorig Antwort. Auch ich hatte konnte die Gelegenheit wahrnehmen, eine Frage zu stellen. Das war dann gewissermaßen meine erste Interview-Frage, was mich durchaus zu der Überlegung verleitet, ob ich es nicht auch mal mit einem richtigen Interview versuchen könnte. Schaun wir mal. Teile der Veranstaltungen von Lovelybooks wurden im Übrigen aufgenommen und die Filme wurden auf fb geteilt. Wenn sich alle Gäste zu offen und freundlich geäußert haben, könnte es sich sicher lohnen, mal in die Filme hereinzuschauen.

Und natürlich gab es auch das obligatorische zufällige Treffen mit Sonja und Sina, immer wieder eine Freude.

Mit einem leckeren Frozen-Yogurt im Magen ging es dann auch schon wieder zum Bahnhof und zurück in die Heimat.



Kommentare:

  1. Hallo Walli,
    dein Bericht ist für mich sehr informativ. Vielen Dank :-). Ich bin einfach immer nur mit meiner Visitenkarte zu einigen Verlagen gegangen und hab mich vorgestellt. Wie, wann und wo muss man denn so einen Presseausweis beantragen??
    Ich wünsch Dir eine gute Lese Woche,,,
    LG Angela vom Literaturgarten

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    1. Hi Angela, wenn dein Blog eine gewisse Zeit besteht und auch eine gewisse Reichweite hat, kannst du dich im Vorfeld der Messe akkreditieren lassen. Die Mitarbeiter entscheiden dann, ob du als Blogger auf die Messe kannst. Für Frankfurt gilt das auch. Die Akkreditierungsphase läuft ein paar Wochen vor Beginn der Messe an.
      Liebe Grüße
      Walli :-)

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    2. Dankeschön Walli für die Info,
      dann werde ich das im Herbst vor der Frankfurter Buchmesse angehen. Dauert ja noch ein paar Monate ;-)...
      LG Angela

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  2. Hallo Walli

    Ein sehr schöner Messebericht von dir. Das nächste Mal müssen wir unbedingt was ausmachen.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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    1. Hi Gisela,
      ja, das wäre schön.
      Liebe Grüße
      Walli :-)

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  3. Beim nächsten Mal laufen wir uns in Leipzig vielleicht in die Arme. Frankfurt mache ich sicher nicht mit. Viele Grüße,
    Uwe

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    1. Ich habe schon überlegt, ob ich in Leipzig nicht auch mal übernachten sollte, damit der Zeitplan nicht so eng ist und das eine oder andere Treffen geplant werden kann. Der persönliche Austausch ist immer sehr schön, gerade wenn man sich sonst "nur" aus dem Netz kennt.
      LG Walli :-)

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