Samstag, 29. April 2017

Die arme Tracy Greene

Erst vor einem guten Jahr die Ausbildung abgeschlossen geht Constable Jim Daley in Glasgow auf Streife. Als Neuling bekommt er oft die Nachtschicht und während dieser schlendert er an den Schaufenstern vorbei, in denen sich die andere Straßenseite spiegelt, so dass er einen besseren Überblick hat. Eines Abends greift er den Stadtstreicher Dandy auf, der immer mal wieder völlig abstürzt. Nichts ungewöhnliches passiert bis er zu einem Einbruch gerufen wird. Die Wohnung im 18. Stock ist aufgebrochen, ein Nachbar hat den Lärm bemerkt. Ein ungutes Gefühl beschleicht den jungen Beamten und es wird bestätigt als er in der Wohnung die junge Tracy Greene tot auffindet.

Back to the 80s, in denen ein VHS-Recorder das Neueste vom Neuen war. In diesem Kurzkrimi können wir Jim Daley auf seinen ersten Streifengängen begleiten. Eigentlich wollte er eher aufs Land, doch er ist in seiner Heimatstadt Glasgow gelandet. Man erfährt von den Machenschaften seiner Vorgesetzten, die nur an ihre eigene Karriere denken. Gleichzeitig lernt man auch aufrechte Beamte kennen, denen zum Glück auffällt, dass Daley einen Riecher hat, wenn es um das Finden von Hinweisen geht. Mit guter Kombinationsgabe erschließt er sich auch den Fall der armen Tracy Greene.

Natürlich geht in einem Kurzkrimi (ca. 70 Seiten) alles recht schnell, einige Hintergründe können nur angerissen werden und die Ermittlung wird nicht auf Abwege geführt. Ausgesprochen gut geschildert wird allerdings die Stimmung und die vorherrschende Tonlage. Rau, aber herzlich scheint der Umgang zu sein. Neugierig wird man, wie es mit Daleys Werdegang weitergeht. Dieser sympathische Constable und sein neuer Kollege bei der Kripo, welche Fälle werden sie zu lösen haben. Ein herziger kleiner Handlungsstrang um das Kennenlernen der ersten großen Liebe macht den guten Cop Jim Daley noch sympathischer. Sympathisch auch wie der Autor persönlich seinen ersten auf Deutsch erscheinenden Roman vorstellt. 



4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Die Mädchen von Strathclyde von Denzil Meyrick
ISBN: 978-3-9596-7665-6


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