Montag, 1. Mai 2017

Alles wie es war

Bereits seit fünf Jahren scheint Commissario Michele Balistreri mit allem abgeschlossen zu haben. Kurz vor der Pensionierung mit kaputtem Knie schleppt er sich zwar noch jeden Tag zur Arbeit, viel mehr als Dokumente zu unterschreiben tut er aber nicht. Und so will er als Leiter der Mordkommission auch nichts mit dem vermeintlich erweiterten Selbstmord einer jungen Frau und ihrer kleinen Tochter nichts zu tun haben. Die Sache ist schließlich klar. Obwohl so klar ist sie wohl doch nicht. Die vierzigjährige Journalistin Linda Nardi beginnt mit Nachforschungen. Der Tot der jungen Frau und ihrer Tochter steht möglicherweise im Zusammenhang mit einer anderen Sache, der Linda auf der Spur ist. Überall tauchen die selben Leute auf.

Auch Commissario Michele Balistreri kann nicht mehr darüber hinwegsehen, dass es hier etwas aufzuklären gibt. Und wieder ergeben sich Hinweise auf eine Verbindung zu seiner eigenen Vergangenheit.In seiner Jugend lebte er mit seiner Familie in Tripolis und die ungeklärten Todesfälle in der Gegenwart rühren die Ereignisse von früher wieder auf. Nun heißt es, den Geheimnissen der Vergangenheit auf den Grund zu gehen, um in der Gegenwart überleben zu können. Balistreri muss sich mit den Geschehnissen von vor etwa vierzig Jahren endlich auseinander setzen, auch wenn er Angst vor dem hat, was er herausfinden könnte.

In diesem dritten Roman um Michele Balistreri, den römischen Kommissar, und seine Vergangenheit im fernen Tripolis fesselt Roberto Costantini mit fein ziselierten Zusammenhängen, die aufmerksam gelesen und bedacht werden wollen. Beziehungen zwischen den Drahtziehern in Libyen und Italien. Reiche, deren Ränkeschmieden an Frechheit kaum zu überbieten sind. Droht der arabische Frühling diesen Machenschaften ein Ende zu machen? Wie schon in den beiden Vorgängerbänden bestehen enge Verbindungen zwischen den Taten, die in der Gegenwart begangen werden und Micheles eigener Vergangenheit. Michele war nicht immer der ruhige besonnene Polizist und nun scheint es so als ob seine Vergangenheit ihn endgültig einholt. Intelligent und spannend verwebt der Autor die beiden Handlungsstränge, um endlich eine Wahrheit zu enthüllen, die perfide und nur schwer zu ertragen ist. Doch so wie alles in die Brüche geht, entwickelt sich auch etwas Neues. 


Eine Trilogie, die sowohl ein hervorragend inszeniertes politisches Komplott aufdeckt als auch mit immer gewagteren Enthüllungen über die Jugend des Commissarios aufwartet. Eine Trilogie, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

4,5 Sterne (🐳🐳🐳🐳+)

Das Böse vergisst nicht von Roberto Costantini
ISBN: 978-3-570-10257-2




Kommentare:

  1. Irgendwie find ich deine Kritiken immer übers Randomhouse Portal :P Aber hier auf der Seite hast keine Suchfunktion?! Hab zumindest nichts gefunden.

    Das Buch bzw der Abschlussband hat mir auch sehr gut gefallen! Hatte schon Sorge, dass der Autor sich verrennt - was ja gern der Fall ist bei letzten Kapiteln - aber hier war dem zum Glück nicht so :)

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    1. Suchfunktion? Unter dem Reiter Rezensionen habe ich alles verlinkt, nach Autor sortiert.
      Muss mal schauen, ob eine Suchfunktion einfacher ist.
      Danke für den Tip.
      Liebe Grüße Walli :-)

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  2. Ich würds nicht schlecht finden, vor allem, da du deine Kritiken z.B. nicht nach Buchtitel benennst - mein erster Weg ist meist das Archiv und dann die Suchfunktion, bevor ist Kritik-Listen durchforste :P

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    1. Ja, ich habe hier so angefangen wie auf den Foren (Überschrift, Text). Dort sind die Buchinfos dann ja automatisch dabei. Dann habe ich halt gemerkt, dass einzelne Bücher auf diese Weise nicht so gut zu finden sind und mit dem Verlinken angefangen. Wenn ich das jetzt komplett ändern würde, müsste ich den Blog nochmal neu machen, glaube ich. Dazu fehlt mir etwas die Zeit. Es kommt ja ein langes Wochenende, an dem ich eigentlich die Zeit finden sollte, mal eine Suchfunktion auszuprobieren.
      Liebe Grüße
      Walli :-)

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    2. Ja genau, einfach mal die Suchfunktion testen, wenns nicht klappt ist das halt so ;)

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