Donnerstag, 25. Mai 2017

Toskana criminale

Das Sabbatjahr des Münchner Anwalts Robert Lichtenwald lässt sich ganz anders an als erwartet. Während seiner Auszeit in einem Rustico in der Toskana will er eigentlich innehalten und für sich wiederfinden, was wichtig ist. Seine Frau hat ihn verlassen und seine Tochter macht ein freiwilliges soziales Jahr in Südamerika. Im Laufe eines Spaziergangs, den Lichtenwald mit dem ehemaligen Eigentümer seines Rustico unternimmt, entdecken die beiden die Leiche einer Prostituierten. Entsetzt rufen sie sofort die Polizei und geraten zunächst einmal selbst in Verdacht. Natürlich ist das schnell aufgeklärt, aber das Geheimnis um die Tote ist nicht so leicht zu lösen. Bald darauf wird eine weitere Tote gefunden. Kann es einen Zusammenhang geben?

Die Toskana wegen ihrer geschichtsträchtigen Orte, der Pinienhaine, des angenehm milden Klimas ein beliebtes Reiseziel vieler Urlauber. Ein Traum Vieler ist es auch, ein Häuschen in der Toskana zu besitzen. Und so könnte man meinen Robert Lichtenwald hätte sein Ziel erreicht. Der Traum, gemeinsam mit Frau und Tochter auszuspannen und zu genießen, hat sich jedoch nicht erfüllt. Nun sitzt er alleine hier und denkt darüber nach, was wohl schief gelaufen ist, wo er hätte innehalten müssen, die Weichen hätte anders stellen können. Durch den Mord wird er jäh aus seinen Gedanken gerissen und gemeinsam mit der Journalistin Gaida beginnt er mit den Nachforschungen nach Zusammenhängen und Hintergründen.


Ein wenig in der Schwebe hängt Lichtenwald, unentschlossen zwischen den Schritt nach vorn oder der Rückbesinnung. Frischer dagegen die forsche Giada, die schon mal laut und deutlich werden kann. Beschreibungen von Land und Leuten wechseln sich mit Informationen zum Lebenshintergrund einzelner Personen ab. Die Kriminalgeschichte wirkt manchmal wie eingestreut, das Thema rumort schnell im Hinterkopf, die Spuren, die zur Lösung führen sollen, wirken wie gelegt. Als Leser mag man auch ein paar kleine Schwierigkeiten haben, sich in die religiöse Komponente zu finden. Natürlich ist das Geschmacksache und mit den grundsätzlich sympathischen Protagonisten und dem toskanischen Flair, das sehr plastisch rüberkommt, vermag es der Autor Interesse zu wecken und sehr gut zu unterhalten.

3,5 Sterne (🐳🐳🐳+)

Die Morde von Morcone von Stefan Ulrich
ISBN: 978-3-8437-1522-5


Kommentare:

  1. Liebe Walli,

    mich hat dieser Krimi wohl mehr für sich eingenommen als dich! Das liegt sicherlich am italienischen Flair, ich fühlte mich sofort wie in unserem Urlaub, der ja noch nich tlange zurückliegt.

    Liebe Grüße und einen schönen Feiertag,

    Mein TTT

    Liebe Grüße und noch einen schönen Feiertag,
    Barbara!

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    1. Liebe Barbara,
      ich habe kurz davor "Glaube Liebe Tod" gelesen, der hat mich richtig gepackt. Vielleicht hat es dieser Krimi da in der Reihenfolge einfach etwas schwerer gehabt.
      In Italien war ich bisher noch nicht, das ist noch mal ein Urlaubsziel, das mich interessieren würde.
      Liebe Grüße
      Walli :-)

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