Donnerstag, 8. Juni 2017

Windmühlen der Wüste

Sebastian hält es mit seinem Vater nicht mehr aus. Dieser möchte am liebsten, dass der 17jährige überhaupt nicht aus dem Haus gehen soll. Nur joggen ist erlaubt. Doch Abends, wenn der Vater seine Schlaftablette genommen hat, schleicht sich Sebastian hinaus und fährt U-Bahn. Dort sieht er sie. Auch Maria schleicht sich Nachts hinaus, ihr Freund Carl glaubt, sie gehe zur Arbeit, doch der Job ist futsch. Maria genießt ihre kleine Freiheit, denn Carl ist kein Traummann. Langsam kommen sich Sebastian und Maria näher und teilen ihre Träume. Sebastian und Maria genießen ihre kleine Flucht, doch können sie eine gemeinsame Zukunft haben?

New York, die Stadt, die niemals schläft. In ihr leben die unterschiedlichsten Menschen und es finden die ungewöhnlichsten Begegnungen statt. Sowohl Sebastian als auch Maria befinden sich in einer Extremsituation. Beide werden von ihrem Umfeld eingeschränkt und an ihrer Entfaltung gehindert. Und so scheinen sie wie füreinander geschaffen. Sie stützen sich und hoffen auf eine bessere Zukunft. Doch sagen sie sich auch die ganze Wahrheit? Je häufiger sie sich treffen, desto mehr wächst auch die Gefahr der Entdeckung. Wird ihre Geschichte sein wie in der West Side Story?

Wer hätte Tony und Maria kein Happy End gegönnt, im Film muss es doch nicht zugehen wie im richtigen Leben. Und so hält man Sebastian und Maria wirklich die Daumen, dass ihre zarte junge Liebe eine Zukunft hat. Man hofft auf das märchenhafte „und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende“ und beginnt doch zu überlegen und zu befürchten, dass ein solcher Ausgang der Geschichte doch zu unwirklich wird. Und so schwankt man etwas zwischen der Hoffnung auf eine süße Liebesgeschichte, der Furcht vor einem schwer erträglichen Ende und der Frage, ob ein realistisches Ende, die Geschichte nicht umso glaubwürdiger macht. Gerade das macht zwar auch einen großen Teil des Reizes aus, den der Roman entwickelt. Doch das lange Offenhalten aller Möglichkeiten, macht es auch etwas schwer, seinen eigenen Zugang zu der Story und ihren Personen zu finden. Am Überzeugendsten wirkt dabei Sebastian, sein Vater bleibt dagegen recht zurückgenommen. Maria entwickelt große Stärke, doch manchmal wirkt ihre Persönlichkeit noch nicht so gereift.


Ein unterhaltsamer Roman mit einigem Tiefgang, der vielleicht jüngere Erwachsene mehr mitreißt als ältere.

3,5 Sterne (🐳🐳🐳+)

Wohin der Wind uns führt von Catherine Ryan Hyde
ISBN: 978-1-503-99850-6



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