Freitag, 11. Mai 2018

Miefing


ist so ziemlich die beste Worterfindung in dem Buch. Gute Sätze oder Aussprüche bietet der Roman natürlich noch viele weitere.

Da steht es: Ein Kreuz mit Kluftingers vollständigem Namen und Klufti steht davor. Das kann doch nur ein missglückter Scherz sein oder wünscht tatsächlich jemand, der Kommissar möge den Weg alles Irdischen gehen? Dabei läuft es doch gerade so gut. Riesig freut er sich über sein erstes Enkelkind, das jetzt das Buzele ist. Nun gut, eigentlich ist das Erikas Kosename für Klufti, der will jetzt auch wie er betont nicht nur noch Opa genannt werden. Und der Dr. Langhammer ist wie ein Dorn in Kluftingers Seite. Aber sonst ist alles Bestens. Als dann jedoch auch noch eine Todesanzeige in der örtlichen Zeitung erscheint, kommt bei Klufti und seinen Kollegen doch eine gewisse Unruhe auf.

Wer kann es sein? Wem ist Kluftinger dermaßen auf die Füsse getreten, dass es jetzt zu diesen Taten kommt? Die Polizei rätselt, der Täter hat keine verwertbaren Spuren hinterlassen, weder am Kreuz noch beim Aufgeben der Anzeige. Für Kluftiger selbst beginnt eine Phase des Nachgrübelns. Er erinnert sich an alte Fälle, an seine Jugend, die Les Humphries Singers. Aber es selbst hat sich doch nichts zuschulden kommen lassen. Er hat doch immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Wer kann es also sein? Keine Frage, die sich einfach so beantworten lässt. Und die Zeit wird knapp.

Dies ist nun der Jubiläumsband, der zehnte Fall um Kommissar Kluftinger, in dem endlich das Geheimnis um seinen Vornahmen gelöst wird. Gewarnt wird in diesem Zusammenhang allerdings vor Gesprächen mit Arbeitskollegen über das Namensrätsel. Die platzen mitunter schneller mit der Lösung heraus als man die ersten Seiten umblättern kann. Wobei eine gehörige Last haben die Eltern dem Klufti mitgegeben. Wie schön wäre es, man könnte sich ab einem gewissen Alter selbst einen Namen aussuchen. Mit diesem und noch anderen Bonmots erfreuen die Autoren ihre Leser. Klug wird jedoch nicht zu viel abgeschweift, Klufti und seine Kollegen behalten den Fall im Blick. Geschickt wird dargestellt wie sich nach und nach die Schlinge um Kluftis Hals zuzuziehen scheint. Die Einschläge scheinen näher zu kommen. Und so hängt man gebannt an den Seiten und wünscht Klufte möge mit seinen Fähigkeiten, die Zusammenhänge zu erkennen, schneller sein als der Täter mit der Fähigkeit, anderen Übles zuzufügen.

Ein sehr gelungener zehnter Fall für Kommissar Kluftinger, der mit einigen Überraschungen aufwartet.


4,5 Sterne (🐳🐳🐳🐳+)

Kluftinger von Klüpfel & Kobr
ISBN: 978-3-8437-1712-0



Donnerstag, 10. Mai 2018

Lass mich verschwinden


Endlich glaubt die Polizei Friedas Worten, doch um welchen Preis. Der ehemalige Polizist Bruce Stringer wurde tot unter Friedas Dielen gefunden. Es kann nur Dean Reeve gewesen sein, er ist in Friedas Leben, in ihrer Wohnung. Fieberhaft sucht die neue Ermittlerin Petra Burge gemeinsam mit Chief Inspector Karlsson nach Reeve. Der erweist sich wie gewohnt als gewieft und unauffindbar. Doch dann verschwindet Friedas Nichte Chloe. Zwar taucht sie bald unversehrt wieder auf, aber ihr fehlt die Erinnerung an ein paar Tage. Frieda ist schockiert und versucht der jungen Frau zu helfen.

In diesem angekündigt vorletzten Band der Reihe um die Psychologin Frieda Klein bekommt man den Eindruck, dass Dean Reeve immer mehr in ihr Leben eindringt. Er scheint Zugang zu ihrem Haus zu haben, zumindest schafft er es die Leiche unbemerkt dort zu verstecken. Kann Frieda in ihrem Refugium und Rückzugsort überhaupt noch wohnen, nachdem es von diesem Verbrecher kontaminiert wurde? Möglicherweise ist Frieda auch in großer Gefahr, schließlich scheint sie nirgends vor Reeve sicher zu sein. Aber Frieda ist nicht jemand, der klein beigibt. Sie nimmt ihre Wanderungen durch London wieder auf. Sie versucht, den Gedanken des Killers zu folgen, um so vielleicht seine Spur zu finden.

Man möchte von Frieda Kleins eigentümlicher aber auch einnehmender Persönlichkeit überhaupt nicht Abschied nehmen müssen. Immer näher kommt ihr Dean Reeve und man fragt sich, was das Autorenduo Nicci French für das Finale in petto hat. Dieser vorletzte Band besticht wie seine Vorgänger mit einer durchdachten Story, die Frieda ein letztes Mal auf Abwege führt. Ihr sympathisches Grüppchen von Freunden, die einen wunderbaren Familienersatz bilden, bleibt ihr in jeder Situation gewogen und sie alle sind bereit, sich für sie einzusetzen. Und so haben Nicci French einen tollen Krimi-Cosmos geschaffen, in dem eigentlich noch viel mehr Geschichten stecken als die zu erwartende Letzte. 

Ein ausgesprochen packender Kriminalroman, in dem Frieda Klein und ihre Freunde die Kräfte für den Showdown sammeln.

4,5 Sterne (🐳🐳🐳🐳+)

Sunday Morning coming down von Nicci French
ISBN: 978-1-405-93655-2


und hier ein Blick auf das Cover der deutschsprachigen Ausgabe


Sonntag, 6. Mai 2018

Farbenspiel


Karl ist Sohn und er ist es nicht. Seine Eltern, ein bekanntes Künstlerehepaar, sind sich in der Ausübung ihrer Kunst genug. Karl war da irgendwie über und kam auch bald ins Internat. Später ist er selbst ein anerkannter Künstler. Es hat es aus sich selbst heraus geschafft. Als jedoch seine Mutter schwer erkrankt und sein Vater stirbt, macht sich Karl auf nach Leinsee, den Ort der Kunst, sein Elternhaus. Für Karl ist es keine einfache Heimkehr, zumal die Öffentlichkeit nun hinter sein Geheimnis gekommen ist. Mäßig berühmter Sohn sehr berühmter Eltern. Eltern, die nicht mehr präsent sind. Karl könnte verzweifeln, gäbe es nicht die sporadischen Begegnungen mit der 8jährigen Tanja,

Wie ist es zwischen Eltern und Kindern, wenn die Lebens- und Beziehungsumstände sagen wir ungewöhnlich sind. Dieser Frage widmet sich Anne Reinecke mit ihrem gefühlvollen Erstlingswerk. Ein junger Mann, der wohl zurecht damit hadert, dass er als Kinde beiseite geschoben wurde. Von Eltern darf man möglicherweise schon etwas mehr erwarten als in relativ jungen Jahren ins Internat abgeschoben zu werden, oder? Und nun kann die Grübelei beginnen. Haben nicht auch die Eltern ein Recht auf Verwirklichung? und was ist, wenn sie sich selbst genug sind? Wäre es dann besser ein Kind wegzugeben oder nicht erst entstehen zu lassen? Wie wirkt es sich aus, wenn später die Eltern alt werden und der Hilfe bedürfen? Sicher können sie sich wünschen, dass ihr Kind sich kümmert. Einen Anspruch haben sie gewiss nicht. Doch Karl kümmert sich und hadert wieder. Der Vater hinterlässt einen kalten Abschiedsbrief, in dem er verzeiht und nicht einemal die Überlegung anstellt, ob er um Verzeihung bitten müsste. Die Mutter übersteht eine schwere Operation, doch sie erkennt Karl nicht, sie seiht nur ihren Mann. Die Begegnungen mit Tanja wirken wie kleine Fluchten. Sucht Karl ein Kind, bei dem er es besser machen kann?

Vielleicht sind der Autorin beim Schreiben ganz andere Überlegungen in den Sinn gekommen. vielleicht ist die Art zu lesen von der persönlichen Situation des Lesers bestimmt. Doch obwohl man Karl eine umsorgtere Kindheit gewünscht hätte und ihn in seinen Wunsch, den Eltern gerecht zu werden, respektiert, so kann man nicht jede seiner Handlungen nachvollziehen. Man versucht, nicht allzu sehr zu werten und Karl so zu nehmen wie er ist, doch bei allem Verständnis fällt dies nicht immer leicht. Dennoch hinterlässt das phantasievolle Farbenspiel und die ruhige klare Sprache Anne Reineckes eine eindringliche Spur.


3,5 Sterne (🐳🐳🐳+)

Leinsee von Anne Reinecke
ISBN: 978-3-257-27014-9


Samstag, 5. Mai 2018

Weites Land


Pete Ferguson, der Deserteur, ist ein Suchender. Seinen kleinen Bruder hat er vor dem amerikanischen Bürgerkrieg gerettet. Er hat mit seinem Vater gestritten, der die Brüder nicht gut  behandelte. Er hat einen Mann um gebracht. Ferguson reist unter falschem Namen. Er geht auf Bison-Jagd, schon in dem Wissen, dass es bald keine Bisons mehr geben wird. Er zieht Richtung Mexico, wo er bei wandernden Komantscheros unterkommt. Diese bezahlen ihn für die Teilnahme an einer Revolution in Guatemala, eine Revolution, die er im letzten Moment verhindert. Und langsam kommt Pete Ferguson seinem Ziel näher, dem Äquator.

Am Äquator sei alles besser, hat man ihm erzählt. Dort müsse man sich Steine in die Tasche stecken, um die Verbindung zur Erde nicht zu verlieren, die Flüsse flössen anders herum. Auf dem Weg zum gelobten Äquator lernt Pete Menschen kennen, die ihm helfen, denen er zuhört, bei denen er etwas lernt. Doch er trifft auch solche, die ihm Übles wollen, ihm nach dem Leben trachten. Pete weiß sich zu wehren, immer wieder schafft er es Gefahren zu entrinnen. Manchmal allerdings wird es wirklich knapp. Und sein Ziel scheint lange nicht wirklich näher zu rücken.

Was ist überhaupt das Ziel? Offensichtlich konnte man im Jahr 1871 noch Menschen begegnen, die glauben, dass auf der anderen Erdhalbkugel alles auf dem Kopf steht, die es als großes Abenteuer sehen, sich selbst auf den Kopf zu stellen. Vielleicht ist ja gerade das das Ziel, sich selbst auf den Kopf stellen, sein raues Wesen in ein umgänglicheres zu wandeln, seine Angst und Wut in eine Kraft zu kanalisieren, die es ermöglicht, eine gute Beziehung einzugehen. Vielleicht muss man den Äquator nicht einmal erreichen, um sich zu läutern, um in sich zu gehen. Seine Gedanken niederzuschreiben, seine Ansichten auszutauschen. Pete Ferguson ist eine Persönlichkeit, der man sich langsam nähert, die aber in dieser Langsamkeit eine ungewöhnliche Anziehungskraft entwickelt. Für Pete gibt es irgendwann ein Vorwärts, dass ihn zu einer ganzen Person werden lässt.

Antonin Varenne versteht es ausgesprochen gut, mit ungewöhnlichen Geschichten zu unterhalten und zum Nachdenken anzuregen.

4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Äquator von Antonin Varenne
ISBN: 978-3-570-10340-1


Freitag, 4. Mai 2018

Mrs. Richardson


Die Richardsons sind sind eine wohlhabende Familie, er ist Anwalt, sie Lokalreporterin, vier wohlgeratene Kinder. Ein zusätzliches Einkommen haben sie aus einem kleineren Zweifamilienhaus. Als Mia und ihre Tochter Pearl in Shaker Heights ankommen, mieten sie eine der Wohnungen. Mia ist Fotografin und immer wenn sie ein Thema durchdrungen hat, geht es an einen anderen Ort. Diesmal jedoch soll es anders sein, diesmal wollen sie bleiben. Pearl freundet sich mit den Kindern der Richardsons an, Mia nimmt eine Arbeit an und beginnt mit einer neuen Fotoserie. Zwischen den Familien entwickelt sich eine engere Verbindung als man zunächst vermuten könnte.

Shaker Heights, ein Vorort von Cleveland, Ohio, zur Zeit der Clinton-Regierung. In dieser Stadt ist alles geplant, die Farbe der Häuser, die Größe der Häuser in verschiedenen Viertel, die Straßen, der Autoverkehr, das Angebot an Schulen. Wenn man will bekommt am vieles vorgesetzt und muss wenig selbst entscheiden. Der Ort ist so sicher, dass man die Türen auf mal offen lassen kann. Nur mit der Freiheit ist es nicht so weit her und Herausforderungen begegnen einem eher weniger. In dieser Stadt kann man ein Leben aus Zufriedenheit und Wohlstand leben, allerdings ohne Höhen und Tiefen, kein Abenteuer. Mit dem Einzug von Mia und ihrer Tochter kommt doch eine Art Abenteuer zur Familie Richardson. 

Celeste Ng versteht es nahezu perfekt aus einer kleinen Geschichte ein großes Drama zu machen.  Ein eher unbedeutender Einzug verändert das Leben der Richardsons für immer. Gesagtes und Ungesagtes führt auf Spuren, die in die Vergangenheit weisen oder die eine Blick in die Zukunft erlauben. Fein sind die einzelnen Fäden der Story zu einem Ganzen versponnen. Es gibt eine Story hinter dem Hinweis, eine Beziehung hinter der offensichtlichen. Viele zumindest vermeintliche gute Absichten führen auf einen Weg, der nicht nur Gutes bringt. Die meisten der handelnden Personen erwecken Verständnis um ihre Beweggründe, doch bei manchen wird es mühsam, Sympathie zu empfinden. Während hin und wieder eine kleine Länge auftaucht, so ist man doch meist hin- und mitgerissen von diesem Zusammentreffen zweier Welten wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Auf der einen Seite die extreme Regulierung, auf der anderen, das sich treiben lassen von einem Ort zum anderen. Keine Welt ist ideal, doch beide sind verändert als die Berührung sich dem Ende entgegen neigt. 

4,5 Sterne (🐳🐳🐳🐳+)

Kleine Feuer überall von Celeste Ng
ISBN: 978-3-423-28156-0

Donnerstag, 3. Mai 2018

Das Gespenst


Persönlich hat er ihn hinter Gitter gebracht und bei einem Ausbruchsversuch wurde er von seinen vermeintlichen Helfern ermordet. Die ehemaligen Kronzeugen sind im Zeugenschutz. Wie also kann ein Video auftauchen, auf dem man einen Toten bei der Beseitigung eines der Zeugen beobachten kann? Das geht einfach nicht. DCI Jim Daley, der das Revier in Kinloch, wo der zweite Kronzeuge lebt, leitet, ist in heller Aufregung. Nun gilt es Frank MacDougall zu schützen. Er wird diese Aufgabe meistern, sie einfach meistern müssen. Als es zu weiteren Todesfällen kommt, kann sich Jim ausmalen, dass das Gespenst es Daley fast unmöglich machen wird, seinen Auftrag zu erfüllen.

Eigentlich passiert in Kinloch nicht viel, mal ein Einbruch, mal Diebstahl, mal ein paar Drogen. Jim Daley könnte eine ruhige Kugel schieben und gemeinsam mit seiner Liz das Eheleben genießen. Wenn allerdings doch mal was geschieht, dann gleich richtig. Nie wäre damit zu rechnen gewesen, das JayMac, der doch tot ist, wieder auftaucht. Hat er etwa überlebt? Nein, das kann nicht sein. Wie kommt aber seine Visage in diese Videoaufnahme? Und offensichtlich ist ihr Kronzeuge in Gefahr. Sind damit etwa alle in Gefahr, die damals an den Ermittlungen beteiligt waren? Jim kann sich gut erinnern, wie der Verurteilte, ihm Rache angedroht hat.

Möglicherweise ahnt man früh, welchen Kniffes sich der Autor in einem gewissen Moment bedient. Dies jedoch hindert einen nicht, gefesselt an den Seiten des Buches zu kleben. Die meisten der Winkelzüge lassen sich nämlich nicht so einfach vorhersehen und so beschert Denzil Meyrick seinen Lesern einen packenden Thriller, der mit so einigen sicher geglaubten Ansichten aufräumt. Wer ist mit wem? Ist überhaupt jemand ehrlich? Alles hängt irgendwie zusammen und so manche unliebsame Überraschung ist zu verarbeiten. Jim Daley hat es in diesem Fall nicht leicht. Es ist als müsste man fürchten, dass Jack Daniels ihm ein ebenso guter Freund werden kann wie seinem Freund und Kollegen Brian Scott. 

Dieser zweite Band der Reihe um Jim Daley, der sich gegen den organisierten Untergrund Schottlands behaupten muss, bietet beste Thrillerkost. 


4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Der Pate von Glasgow von Denzil Meyrick
ISBN: 978-3-9596-7756-1


Dienstag, 1. Mai 2018

Eiskalt


Lange Jahre war Eva nicht in ihrem Heimatort, doch eine Einladung zweier alter Freunde bringt sie dazu, sich auf den Weg zu machen, bringt die Erinnerung zurück. Der Sommer 2002 als Eva dreizehn war, ein Sommer der Freundschaft, ein Sommer der Schwester, der Sommer, in dem Jan starb. Es war der Sommer, in dem vieles anders war als es den Anschein hatte. Mit ihren Freunden Laurens und Pim ist Eva gerne unterwegs. Sie flieht ihr Elternhaus, ihre liebenswerte Schwester mit ihren vielen Ticks, ihre Eltern, die in Hassliebe vereint sind, ihren Bruder, der bald alt genug ist, um zu gehen. 

Was bringt eine junge Frau dazu, sich einen großen Eisblock in den Kofferraum zu laden und sich damit auf den Weg in ihr Heimatdorf zu machen? Liest man dies in der Beschreibung zu diesem Roman, kann man neugierig werden und sich mit Eva auf die Fahrt begeben. Je länger man jedoch auf dem Weg ist, desto mehr lässt die Neugier nach. Begreifen setzt ein, über das, was vor so langer Zeit geschah und das, was geschehen wird. Und je mehr man versteht, desto weniger möchte man weiterlesen oder hören. Der Roman ist teilweise wirklich schwer zu ertragen. Vermutet man zunächst eine Sommergeschichte, ein Miterleben des Erwachsenwerdens junger Menschen, eines Aufbruchs in eine neue Welt, so muss man bald feststellen, dass Evas Geschichte nichts für schwache Nerven ist. Zwar erzählt sie durch Anna Thalbachs Stimme mit Leichtigkeit, doch erzählt sie nicht von einem schönen Sommer der Wärme, der Freunde. Nein, die Erzählung ist eher hart und schonungslos. Die Grausamkeit dummer Kinder zerstört die feinen Gefühle. Kaum zu ertragen sind die Erlebnisse dieses Sommers, schwer zu verstehen, welchen Gedanken Eva auf dem Weg zu der Feier nachhängt. 

Bei diesem Debütroman handelt es sich nicht um leichte Kost. Nicht alles wird erklärt, die Story ist ziemlich hart, mit seinen Gedanken wird der Leser allein zurück gelassen. 


2,5 Sterne (🐳🐳+)

Und es schmilzt von Lize Spit
ISBN: 978-3-7857-5606-5