Beinahe wäre es mir nicht geglückt, mich zur Buchmesse nach Leipzig auf den Weg zu machen. Von einem grippalen Infekt danieder geworfen, konnte ich erst am Donnerstag die Entscheidung treffen, ob es in diesem Jahr nach Leipzig gehen sollte.
Da es einige verlockende Angebote gab und ich auch einfach mal wieder raus wollte, um in die Welt der Bücher einzutauchen, habe ich kurzerhand am Donnerstag die Fahrkarte für Freitag gekauft. Und am Freitag morgen war auch noch alles in Ordnung. Um 5:07 bestieg ich den Zug, leicht grummelnd, denn im Vorjahr war die Zugverbindung wesentlich angenehmer. Auch wenn die Fahrzeit also etwas länger war, so klappte doch alles und auch ohne Verspätung. Pünktlich zur Öffnung der Tore war ich am Presseschalter, um mich zu akkreditieren.
Weil ich nur relativ spontan entscheiden konnte, ob ich mich überhaupt auf den Weg mache, hatte ich lediglich zwei eher lockere Termine gemacht. Den Rest wollte ich auf mich zukommen lassen. Und gleich die Erste, die auf mich zukam war Elena von Elenas Zeilenzauber. Putzig auch im letzten Jahr hatten wir uns zu Beginn des Tages getroffen, ohne uns verabredet zu haben. Elena machte mich auf einen Verlag und einen netten Autor aufmerksam, den ich gerne kennenlernen wollte.

Inzwischen war die Zeit für meinen eigentlichen Termin herangenaht. Der Rowohlt Verlag hatte zu einer kleinen Bloggerveranstaltung mit Horst Eckert eingeladen. Horst Eckert steht für intelligente politische Krimis und Thriller und fällt damit genau in mein „Beuteschema“. Schön bei dieser Veranstaltung war es, einige Bloggerkolleginnen zu treffen, deren Nahmen und Blogs mir bereits bekannt waren und denen ich nun auch mal Gesichter und Stimmen zuordnen konnte. Der Autor nahm sich viel Zeit für uns. Er berichtete vom Prozess der Entstehung seines neuesten Buches „Der Preis des Todes“, welches ich bereits im Vorfeld der Messe förmlich verschlungen hatte. Hier noch einiges an Hintergrundwissen zu bekommen, füllte die Lektüre mit noch mehr Leben. Der Autor, der selbst als Journalist tätig war, erzählte von seinen Recherchen und dem Schaffensprozess. Zum ersten Mal hat er als Protagonistin die Journalistin Sarah Wolf eingeführt. Bei seinen anderen Büchern wird die Ermittlungsarbeit von Polizisten übernommen. Gedacht ist der Auftritt von Sarah Wolf als Standalone, aber man weiß ja nie. Mich persönlich würde gewiss interessieren wie es mit Sarahs beruflicher Laufbahn und mit ihrem Privatleben weitergeht. Besonders die Sache mit dem investigativen Journalismus fesselte mich sehr. Und natürlich arbeitet der Autor schon an seinem nächsten Buch. Dazu nutzt er auch die Zugfahrten, bereits 40 Seiten des nächsten Romans sind schon geschrieben. Eine tolle Veranstaltung mit einem herausragenden Autor, der sich für die Blogger sehr viel Zeit genommen hat und einen regen Austausch zuließ. Vielen Dank an den Rowohlt Verlag, der dieses beeindruckende Erlebnis möglich gemacht hat.
Es folgte noch ein reges Gespräch unter Bloggerinnen mit interessanten Ansätzen und Informationen. Auch Visitenkarten wurden ausgetauscht.
Nach diesem wunderbaren Einblick wollte ich mir eine kleine Mittagspause gönnen. Auf der Suche nach einem schönen Plätzchen
kam ich bei dtv vorbei und sah den Autor Frank Goldammer, dessen neues Buch „Tausend Teufel“ ich gerade lese. Dieses Buch spielt kurz nach dem zweiten Weltkrieg in Dresden und dieser zweite Teil gefällt mir besser als der erste Teil. Der Autor merkte an, der dritte Teil sei schon angekündigt. Allerdings könne nicht der geplante Titel verwendet werden, da sei gerade ein Buch erschienen. (Die Vergessenen von Ellen Sandberg). Und so warte ich auf ein Buch mit einem leicht abgewandelten Titel und bin gespannt wie es Kommissar Heller weiter ergehen wird. So ungeplante Ereignisse geben so einem Messebesuch noch eine zusätzliche Würze.
Die anvisierte Pause sollte dann im Rahmen einer Lesung der sympathischen Elisabeth Herrmann stattfinden, die ihren neuen Jugendthriller „Zartbittertod“ vorstellte. So ganz auf die Lesung konnte ich mich dann nicht konzentrieren, denn ich traf meine Bloggerkollegin Barbara, mit der ich mich schon ein paar Mal in Hannover getroffen hatte, was aber aus Zeitmangel eine Weile nicht mehr geklappt hatte. Und so
brachten wir uns gegenseitig auf den neuesten Stand und die Autorin möge mir verzeihen, dass ich nicht so ganz aufmerksam gelauscht habe. Ihren Büchern für ältere Leser und deren Verfilmungen habe ich mit Begeisterung schon viel Zeit gewidmet.
Auf dem Weg zu meinem zweiten Termin suchte ich den mir von Elena empfohlenen Machandel Verlag auf und führte ein interessantes Gespräch mit Sascha Raubal über seinen Protagonisten Kurt, dessen Auftritt in der ein oder anderen Leseprobe ich mir sicher zu Gemüte führen werde. Mal schauen, vielleicht wird ja mehr draus. Wie ich inzwischen herausgefunden habe, ist mehr zu den Büchern auf der web.site des Autors zu finden, damit werde ich mich noch etwas eingehender beschäftigen.
Und dann ging es wieder mal durch die Glashalle, die einen Blick auf das Wetter eröffnete, das sich nicht als so erfreulich darstellte. Wie angesagt hatte es tatsächlich angefangen zu schneien. Musste das sein? Wenn ich ans letzte Jahr denke, wo es so schön frühlingshaft war, diese Kälte braucht doch Mitte März kein Mensch. Flugs wieder in die nächste Halle gestiefelt, flanierte ich über einige Stationen des Schauens und Staunens zum Stand von Benevento. Dorthin hatte Sebastian Rothfuss eingeladen, der bei dem Verlag als Communication Specialist auch die Blogger betreut. Zwar liegt mir als Krimi-, Thriller- und Belletristik-Leserin das Verlagsprogramm, in dem bisher nur wenige Romane verlegt wurden, nicht so hundertprozentig, aber dennoch sind ein paar interessante Veröffentlichungen in Planung oder schon erschienen. Auch ein Krimi ist im Angebot. Mit Sebastin Rothfuss konnte ich mich ein wenig über alte Zeiten austauschen und einen Ausblick bekommen, was die neuen Zeiten bringen werden. Einen Red Bull habe ich zwar nicht getrunken, aber dennoch bekam ich ein paar Flügel. Ich glaube, dieser Verlag wird noch einen viel größeren Bekanntheitsgrad erreichen.
Nach diesem spannenden Treffen ging es zurück in die Glashalle, wo die großen TV-Sender ihre Veranstaltungen durchführen, bei denen es interessante oder auch beklemmende Themen zu erlauschen gab. Wegen des schlechten Wetters etwas früher als geplant begab ich mich dann zur S-Bahn Richtung Halle. Ein Ort, der dann auch problemlos erreicht wurde. Auch der ICE Richtung Hannover fuhr pünktlich ab. Ich sage das mal so, denn da war ich noch fröhlich. Bis kurz hinter Halle als der Zug recht langsam wurde und dann zum Stehen kam. Wegen einer Störung welcher Form auch immer, es schneite schließlich seit dem Mittag, mussten wir eine Umleitung nehmen, was in Magdeburg zu einer 90minütigen Verspätung führte. In Braunschweig viel der Zug wegen Problemen mit der Türöffnung dann ganz aus und ich machte drei Kreuze, dass ich dann in eine Regionalbahn einsteigen konnte, die mich nach hause brachte. Erst nach 24:00 war ich daheim. Ein spannender langer Tag, der auch anstrengend war, aber mir mal wieder tolle Erlebnisse und Begegnungen beschert hatte. Und wenn ich mir die Meldungen über die Störungen bei der Bahn heute so anschaue, kann ich sagen, da habe ich noch Glück gehabt.
Und wenn die Gesundheit und was auch immer noch für Umstände mitspielen können, soweit es möglich ist: Ich bin nächstes Jahr wieder dabei.