Dienstag, 27. November 2018

Bürgermeisters Garten


In den Straßen New Yorks achten die Menschen nicht so sehr auf die anderen. Beinahe fällt es nicht auf, dass plötzlich mehrere Menschen wie von der Straße gepflückt sind. Wenig später tauchen vier Leichen im Garten den Bürgermeisters auf. Unter den Toten befindet sich eine junge Frau, die erst vor einigen Jahren in ein Kloster eingetreten ist. Vermisst gemeldet ist auch ein 11jähriger Junge, der schon bei seiner Geburt blind war. Die ermittelnde Beamtin Kate Mallory, die selbst eine schwierige Kindheit hatte, schöpft schnell Verdacht, dass hier überhaupt nicht alles so ist wie es scheint. 

Eine Cop-Heldin mit dem ausgefallenen Hintergrund, die ihren Käfer mit Porschemotor schon mal auf mehr Sachen beschleunigt als die Polizei erlaubt, macht sich hier nicht nur auf die Suche nach einem Mörder, sondern auch auf die Suche nach einem möglicherweise noch lebenden blinden Kind. Wie auch in ihren anderen Fällen lässt sich dabei ihre Spürnase die Richtung vorgeben. Wieso reagiert zum Beispiel der Bürgermeister so eigenartig auf die Leichenfunde. Weiß er mehr über die Toten oder kennt er sogar den Grund, weshalb sie auf seinem Grundstück gelandet sind. Was kann so ein psychopathischer Killer, der seinen Opfern die Herzen herausgeschnitten, veranlasst haben, die Toten ausgerechnet dort abzulegen. 

Kate Mallory geht eigene Wege. Sie ist hochintelligent und verlangt, dass man ihren Gedankengängen aufmerksam folgt. Wo ihre Schlüsse herkommen, wird man vielleicht nicht immer nachvollziehen können. Ihre humorigen manchmal leicht gemeinen Spitzen verursachen dagegen schon so manches Schmunzeln. Ihre Suche nach dem Täter und den Hintergründen der Tat ist geschickt aufgebaut, so dass es nicht nur eine Überraschung gibt. Mit Fingerspitzengefühl erspürt sie die Umstände und die geheimen Winkelzüge der Übeltäter. Was sie dabei erfühlt, öffnet einem wieder mal die Augen über die Schlechtigkeit, die in verschiedenen Menschen stecken kann oder auch die Güte von ganz unvermuteter Seite. 

Ein ausgesprochen spannender Thriller, dessen feine psychologischen Finten einen völlig gefangen nehmen.



4,5 Sterne (🐳🐳🐳🐳+)

Blind Sight von Carol O'Connell
ISBN: 978-3-442-71642-5


Sonntag, 25. November 2018

Gutes Haus


In einem kleinen Ort im Taunus findet die Postbotin den ehemaligen Unternehmer Theo Reifenrath tot auf. Der Tote muss schon einige Tage vorher verstorben sein, so dass die Todesursache nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Kommissarin Pia Sander wird zum Ort des Geschehens gerufen. Schnell bemerkt sie, dass eine genauere Besichtigung der Örtlichkeiten notwendig ist. Dabei entdeckt sie in einem Hundezwinger einen Hund, der so gerade noch am Leben ist. Das bedauernswerte Tier konnte nur deshalb so lange durchhalten, weil es ein paar Knochen abnagen konnte. Nach ersten Feststellungen handelt es sich um menschliche Überreste. Sofort beordert Pia Sander ihre Kollegen herbei, um das Grundstück absuchen zu lassen.

In ihrem neunten Fall arbeiten Pia Sander (Kirchhoff) und Oliver von Bodenstein wieder zusammen. Ungefähr zwei Jahre sind seit dem letzten Fall vergangen. Und hier nun stoßen sie auf mehrere weibliche Leichen, die offensichtlich schon seit langen auf dem Besitz des Theo Reifenrath verborgen waren. Dem Rechtsmediziner gelingt es, einige der Leiche zu identifizieren. Und so stellt sich heraus, dass Pia und Oliver auf eine Mordserie gestoßen sind, die bereits in den späten 1980ern begonnen hat. Die Umstände lassen darauf schließen, dass noch nicht alle Opfer gefunden sind. Ob die Gefahr besteht, dass weitere Morde geschehen, ist unklar. Schließlich kommt der Verstorbene als Täter in Betracht.

Eine ganze Weile musste gewartet werden, um wieder etwas Neues von Pia Sander und Oliver von Bodenstein zu erfahren. Es ist eine Art Cold Case, in dem die beiden hier ermitteln. Dieser allerdings könnte sich zu einem heißen Fall entwickeln, wenn die Mordserie noch nicht beendet sein sollte. Spannend wie die Ermittler nach und nach mehr über die Vergangenheit des Verstorbenen herausfinden. Dieser war durchaus nicht immer ein netter alter Opa. Eifrig versucht man mitzuraten, warum die Tötungen ausgerechnet um die Zeit des Muttertages durchgeführt wurden. Mit Entsetzen verfolgt man das Wühlen der Kommissare in der Vergangenheit der Beteiligten. Sollte mit den Seelen Schutzbefohlener wirklich so achtlos umgegangen worden sein? Doch nicht jeder, der vor langer Zeit nicht gut behandelt wurde, entwickelt sich zum Mörder. Was bringt einen Menschen dazu, zu töten? 

Mit Freude liest man wieder von Pia und Oliver. Wenn auch zunächst in eher ruhiger Art die Zusammenhänge erforscht werden, so entwickelt sich der Fall doch so fesselnd, dass man das Buch je weniger aus der Hand legen mag, desto mehr man vorangeschritten ist. Vielleicht nicht der mitreißendste Band der Serie, aber ein sehr guter.


4,5 Sterne (🐳🐳🐳🐳+)

Muttertag von Nele Neuhaus
ISBN: 978-3-8437-1880-6


Samstag, 24. November 2018

Fitzwilliam


Jess, ihre Schwester Kathy, deren Freund Dean und ein weiteres Paar fahren in die Berge, um das Chalet von Mr. Rogers und dessen Hund Copper einzuhüten. Mit dabei sind natürlich Jess’ Lieblingsbücher vor allem „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen, in einer Ausgabe, die sie von ihrer geliebten Großmutter hat. Natürlich fühlt sich Jess in ihrem Job in einem Buchladen wohl, wo sonst könnte es ihr besser gehen als unter Büchern. Doch wäre in ihrem Leben durchaus Platz für einen Mr. Darcy. Als ihr Traummann, der ihrer Vorstellung von Mr. Darcy beängstigend nahe kommt, in der Berghütte plötzlich vor ihr steht, zückt Jess erstmal eine Bratpfanne. So ein Einbrecher muss einfach in die Flucht geschlagen werden, auch wenn es sich um Will handelt, der  zu ihrer kleinen Urlaubsgruppe stoßen sollte.

Na das ist mal ein Einstand, nicht? Doch dieser Traummann ist genauso kühl und von oben herab wie Mr. Darcy, da wollen die romantischen Vorstellungen mit der Realität nicht übereinstimmen. Nein, Jess bleibt lieber bei ihrem Book Boyfriend, eben Mr. Darcy aus ihrem Lieblingsbuch. Aber verdammt attraktiv ist er, dieser echte Fitzwilliam, der sich trotz seiner Attitüde in Jess’ Gedanken und Gefühle einschleicht. Zumal er manchmal Anwandlungen zeigt, die ihn geradezu sympathisch erscheinen lassen. 

An einem trüben Herbstnachmittag kann einem diese winterliche Liebesgeschichte das Herz erwärmen und die Stimmung aufhellen. Die Büchernärrin Jess stolpert in manche peinliche Situation, die sie mit Witz und flotten Sprüchen zu entschärfen versteht. Das geht zwar manchmal schief, kann aber zum Glück dazu führen, dass sie und ihr persönlicher Mr. Darcy sich näher kommen. Als Leser genießt man diese anheimelnde aber auch spritzige Geschichte. Nachdem die letzte Seite umgeblättert ist, ist bestimmt ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Mit einem wohligen Schauer kann man sich in seine Decke kuscheln und in Gedanken noch ein Weilchen mit Jess und ihren Mr. Darcy verbringen.


4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

My Book Boyfriend - Schneeballschlacht mit Mr. Darcy von Sophie Fields
ISBN: B07KCV55CF


Freitag, 23. November 2018

Biosphäre


Nach einem ersten Experiment, dass wegen gesundheitlicher Probleme einer Teilnehmerin nicht so durchgeführt werden konnte wie geplant, starten Anfang der 1990er acht junge Wissenschaftler, vier Frauen und vier Männer, erneut den Versuch, in einer autarken von der Umwelt abgeschlossenen Biosphäre zu überleben. Mit der Bekanntgabe der aus sechzehn Probanden ausgewählten Teilnehmer des Experiments beginnen die Aufzeichnungen von Dawn, einer hübschen jungen Wissenschaftlerin, von Ramsay, der einen Ruf als Frauenheld zu verteidigen hat und Linda, die meint, wegen ihres Äußeren sei sie nicht ausgewählt worden und dazu verdammt, für Mission Control zu arbeiten und auf das nächste Experiment zu hoffen.

Basierend auf dem tatsächlich durchgeführten Experiment der Biosphäre 2, bei der es sich um einen Gebäudekomplex in Arizona, USA, handelt, der von einem Milliardär aufgebaut wurde, um erforschen, ob es wirklich möglich ist, in einer in sich geschlossenen Umgebung zu überleben, wird hier zwar von fiktiven Ereignissen berichtet. Diese bekommen durch den Hintergrund jedoch einen sehr realistischen Touch. Dawn wirkt dabei, wie eine Identifikationsfigur einer hübschen intelligenten jungen Frau, während Linda so rüberkommt als ob sie immer zweite Siegerin bleiben wird, obwohl ihre Qualifikationen keinesfalls schlechter sind. Ramsay dagegen bietet ein Abbild eines sorglosen Taugenichts, der keine Gelegenheit vorbeigehen lässt. Aus Sicht dieser drei Personen wird der Fortgang des Experiments geschildert, die anfängliche Euphorie, der Presserummel, die beginnenden Probleme, die Abgeschnittenheit von Eltern und Freunden, der Neid derer, die draußen bleiben mussten. Mit Fortschreiten der Zeit wird aus der anfänglich enthusiastischen und idealistischen Gruppe ein Konglomerat aus Einzelkämpfern, die sich nicht mehr so grün sind.

Interessant wird dieser Roman durch den Hintergrund aus tatsächlichen Ereignissen, über die man im Internet recherchieren kann. Ob die Schilderungen aus den Perspektiven der drei Erzähler zu einem wachsenden Interesse an den Personen führt oder die Personen es nur in gewissem Umfang oder in gewissen Momenten schaffen, Sympathie zu wecken, wird jeder Leser für sich empfinden. Schließlich weiß man nicht, ob andere Teilnehmer es besser gemacht hätten oder ob man es selbst besser machen würde. Es steht zu vermuten, dem ist nicht so. Denn immer wieder würden trotz aller Sorgfalt bei der Vorauswahl Persönlichkeiten aufeinander treffen, die sehr unterschiedlich sind. Und so sind in der Gruppe Probleme vorprogrammiert. 

Ein Roman mit einem realen Hintergrund, deren handelnde Personen nicht immer sympathisch sind, dass aber dennoch Interesse und Neugier weckt.


3,5 Sterne (🐳🐳🐳+)

The Terranauts von T. C. Boyle
ISBN: 978-1-4088-8176-7


Donnerstag, 22. November 2018

Schöne Susanna


Susanna ist todtraurig. Ihre geliebte Mutter ist verstorben und die Umstände ihres Todes sind nicht ganz klar. Ist sie als Schlafwandlerin vom Dach gestürzt oder hat sie sich in ihrer Melancholie selbst gerichtet. Im Jahr 1484 würde letzteres dazu führen, dass die gute Margarethe kein christliches Begräbnis bekäme. Der Prior des anliegenden Klosters Bruder Heinrich, der ein Kindheitsgefährte der Mutter war, überzeugt sich, dass ein Begräbnis gerechtfertigt ist. Doch bald schon bekommt er Zweifel, kann Margarethe nicht doch dem Hexenwahn verfallen gewesen sein. Und wenn es der Mutter so ging, wie kann es dann der Tochter anders gehen.

Heinrich Kramer, der später als Verfasser des Hexenhammers in die Geschichte eingeht, zeigt sich hier als in seiner Jugend verschmähter rachsüchtiger Priester, der mit seinem Amt und seinen Gelüsten hadert und dafür die Schuld bei den Frauen sucht. Nachdem er die verstorbene Margarethe nicht mehr erreichen kann, wird deren Tochter Susanna zum Objekt seiner Missgunst, seiner unterdrückten Wollust, seinen schmierigen Gedanken. Die Situation der hübschen Susanna ist keine besonders komfortable. Ihr Bruder soll sich eine Frau nehmen und dann ist für sie kein Platz mehr im Elternhaus. Doch soll sie deshalb irgendwen ehelichen, den ihr Vater bestimmt, der ihr selbst aber zuwider ist? Mit den zunehmenden Ekel auslösenden Avancen des Priesters wird es auch nicht besser. 

Mit seinem Hexenhammer wollte der Heinrich Kramer eine erste Welle der Hexenverfolgungen auslösen. Doch erst nach seinem Tod kam es zu einer Vielzahl von grausamen Hexenjagden. Dennoch wird mit diesem Buch die Perfidität eindringlich beschrieben, mit der die Inquisitoren gegen die vermeintlichen Hexen vorgingen, wie unschuldigen Frauen das Wort im Mund herumgedreht wurde, wie sie unter Folter zu Geständnissen gezwungen wurden oder unmögliche Prüfungen bestehen sollten. In heutiger Zeit beinahe unvorstellbar mit welcher Gemeinheit und Grausamkeit gegen Schwächere vorgegangen wurde. Aber leider nur beinahe, denn auch heute noch ist die Phantasie mancher Verbrecher grenzenlos, wenn es darum geht andere zu schädigen und zu verunglimpfen. Zwar ist die Geschichte der schönen Susanna nur eine Geschichte, doch sie kann geeignet sein, die Überzeugung zu wecken oder zu stärken, dass Offenheit und Toleranz doch die bessere Lebensgrundlage bietet.

4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Der Hexenjäger von Astrid Fritz
ISBN: 978-3-499-27467-1



Mittwoch, 21. November 2018

Wanna play?


Zwei fast tote Kinder werden ihm einfach so vor die Füße geworfen. Hades merkt schnell, dass sie tatsächlich noch leben und obwohl er selbst nicht gerade immer auf Seiten des Gesetzes steht, hat Hades ein Herz. Er nimmt das Mädchen und seinen Bruder bei sich auf. Aufgrund ihrer Traumatisierung entwickeln sich die Kinder zu etwas eigenartigen Erwachsenen, die erstaunlicherweise bei der Polizei ihren Mann bzw. ihre Frau stehen. Zu ihnen stößt Frank Bennett als neuer Partner für Eden. Schon bald haben sie ihren ersten gemeinsamen Fall, in dem gleich mehrere Tote gefunden werden.

Bennett und Eden finden zunächst nicht wirklich zusammen. Eden scheint häufig ihr eigenes Süppchen zu kochen und auch Frank Bennett hat eine Vergangenheit, über die er sich nicht übermäßig breit auslässt. Mehr jedoch als Eden ist es jedoch Eric, der Bennett Steine zwischen die Beine wirft. Und doch müssen sie sich zusammenraufen, schließlich müssen weitere Morde verhindert werden. 

Da hat sich schon ein sehr spezielles Team gefunden. In Rückblenden über ihre Vergangenheit im Hause Hades erfährt man einiges über die Kindheit und Jugend von Eden und Eric, was zwar zum Verständnis beiträgt, aber doch die Frage aufwirft, ob das alles so richtig sein kann. Gleichzeitig entwickelt der Fall eine Brisanz, die einen schütteln lässt. Einem jeden ist doch das eigene Leben am nächsten, kaum zu begreifen, wie weit manche dafür gehen. 

Ein neuer Star am Krimi-Himmel ist Candice Fox. Die Australierin hat mit ihrer Archer & Bennett Trilogie etwas Besonderes geschaffen. Skurrile Ermittler und ein spezieller in Teilen durchaus humorvoller Schreibstil führen dazu, dass man in die Lektüre förmlich eintauchen kann. Auch wenn der Fall gegen Ende hin etwas aus dem Blickfeld gerät, ist das Beziehungsgeflecht zwischen den Ermittlern so geschickt geknüpft, dass man in keinem Moment das Interesse verliert. Schön, dass die nächsten Bände schon aufs Lesen warten.


4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Hades von Candice Fox
ISBN: 978-3-518-46673-5


Dienstag, 20. November 2018

Bildung


Sie unterrichten ihre Kinder daheim, schließlich ist das Ende nah und die Schulen sind sowieso von anderen Mächten infiltriert. So ungefähr denken die Eltern der jungen Tara und die streng gläubigen Mormonen ziehen ihre Kinder in den abgeschiedenen Bergen Idahos groß. Doch Taras Großmutter hat einen anderen Blick auf die Welt und die älteren Geschwister haben die Schule wenigstens noch kennen gelernt. Zwar genießt Tara das Leben in den Bergen, dennoch merkt sie, dass ihr etwas fehlt. Als kleine Freiheit darf sie im Kirchenchor singen und an Theateraufführungen teilnehmen. Künftig möchte sie gerne Chorleiterin werden, doch dazu braucht sie einen Studienabschluss.

Hat man eine vermeintlich normale Kindheit durchlaufen, fällt es doch schwer, sich in Taras Welt hineinzuversetzen. Dort werden Menschen gemieden, Nahrungsmittel für die drohende Apokalypse gehortet, die Hilfe von Ärzten bei Geburt und Krankheit abgelehnt. Die Mutter gilt als Naturheilerin und Hebamme. Der Vater lässt die Kinder auf seinem Schrottplatz und seiner kleinen Baufirma arbeiten lange bevor Kinder arbeiten sollten. Zwar haben sie die grandiose Berglandschaft, die Natur und die Familie. Doch sie leben ohne Absicherung in großer Gefahr insbesondere bei Unfällen oder Krankheiten. In einer Welt, in der Frauen nichts zu sagen haben, bei Grausamkeiten schweigen und wegsehen. In einer Welt, in der Männer meinen, alles sei ihnen unter dem Deckmäntelchen des sogenannten Wohls der Familie erlaubt. 

Als die inzwischen 17jährige Tara beginnt, für die Aufnahmeprüfung zum College zu büffeln, öffnet sich ihr nach und nach eine ganz andere Welt. Sie beginnt zu hinterfragen, was in ihrer Familie vorgeht. Und auch wenn es sehr lange dauert, bis sie sich gegen einige Familienmitglieder auflehnen kann, so macht sich Tara doch auf den Weg in die Welt verschiedener Universitäten, in die Welt der Bildung. Was für Jugendliche mit einem bildungsnäheren Hintergrund einfach eine Ablösung vom Elternhaus ist, ist für Tara die Entdeckung einer anderen Welt. Zwar auch eine Befreiung von den krankhaften Verhaltensweisen in der Familie, aber damit nicht nur eine Ablösung sondern eine Trennung. Doch Tara geht ihren Weg der Bildung und der Befreiung, auch wenn es einen teilweisen Verzicht auf den Familienrückhalt bedeutet. Sie ist anständig, obwohl sie gebildet ist.

Mit starken Worten schildert die Autorin ihren eigenen Weg zur Bildung, der von Schmerzen und Rückschlägen geprägt, doch in Richtung Freiheit durch die freie Lehre führt.


4 Sterne

Befreit von Tara Westover
ISBN: 978-3-462-05012-7